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Bruchrechnung – EZB nutzt nun die Kraft von Zähler und Nenner

Die EZB versucht seit langem vergeblich die Inflation zu erhöhen. Doch mit der Corona-Krise entsteht ein Warenmangel. Und der wird auf viel Geld treffen

Die arme EZB!

Bad moon rising? Die EZB bei Nacht

Seit fast einem Jahrzehnt bemüht sie sich die Inflation Preisstabilität zu verbessern. Doch sie kann machen, was sie machen, was sie will. Zumindest die offizielle Inflationsrate verharrt auf zu niedrigem Niveau.

Wenn Dir das Leben eine Zitrone gibt…

Nun, mit dem Ausbruch von Covid-19, erkannte sie jedoch schnell, wie sich die Möglichkeiten der Bruchrechnung in dieser beispiellosen Krise nutzen lassen. Denn zu jedem Bruchstrich gehört ein Zähler und ein Nenner.

Endlich lässt sich diese zähe träge Preisbildung von 2 Seiten in die Zange nehmen!

Der Nenner wird kleiner…

Kollabierende Transportketten im Nenner werden das Warenangebot in den nächsten Monaten massiv verknappen. Der Transport über den Seeweg dauert von China bis Deutschland etwa 5 Wochen. Bald wird also diese Quelle versiegen. Diverse Grenzschließungen gelten zwar nicht für den Warenverkehr, werden ihn jedoch ebenfalls stark behindern.

Da haben wir schon mal einen guten Nährboden für steigende Preise.

Der Zähler größer…

Kurz nach Beginn der Corona-Krise haute die EZB ein Isi-bisi-mini-Paketchen von 0,12 Billiönchen raus.

Das EZB-Direktorium plagte danach offenbar Zweifel, ob das ausreiche einen deflatorischen Schock zu verhindern. Sie stockte deshalb in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag ihre Notfallhilfe noch einmal erheblich auf. Unter einem eigenen Kürzel (PEPP) kommen noch einmal 750 Milliarden Euro an Fiat-Geld hinzu. Aktien, Unternehmensanleihen und Staatsanleihen sowieso, sollen davon gekauft werden.

Wie passt das mit der Kaufobergrenze zusammen?

Die Kaufobergrenze entstand auf sanftem Druck des Europäischen Gerichtshofs. Der befürchtete, besäße die EZB zu viele Staatsanleihen, verlöre sie ihre Unabhängigkeit. Es entstünde also das Risiko, die Europäische Zentralbank mutiere so zu einem dominanten Gläubiger. Maximal 33% der Anleihen eines Staates dürfe die EZB deshalb in ihrem Bestand halten.

Okay. Und wie passt das jetzt zur Kaufobergrenze?

Gar nicht.

Die Saat ist gelegt

Gemäß einem alten Handwerkerspruch

Unheimlich wird des Schlossers Kraft, wenn er mit zwei Hebeln schafft

(oder so ähnlich) hat die europäische Zentralbank nun die Saat gelegt. Es muss nur noch in der Post-Corona-Phase zu einer massiven Nachfrage kommen.

Dann kann die EZB die Ernte einfahren.

markus

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markus
Tags: EZBInflation