Die Tapete

Neulich saß ich in der S-Bahn. Ich konnte mich nur mühsam motivieren zur Arbeit zu fahren, als zwei Hippie-Typen an mir vorbeischlenderten. Sie waren nicht alt, vielleicht Anfang 30. 

Wahre Worte
Bildquelle pixabay Fotograf Free-Photos

Der eine trank aus einer Eintracht-Dose Äppler. Der andere hielt eine Bier-Dose. Sonderlich eilig hatten sie es offensichtlich nicht. Sie strahlten eine Ruhe aus, um die sie viele beneiden können. 

„Verstehe ich nicht.“ meinte der erste. „Hast du mal raus geschaut?“ Das konnte man beruhigt als rhetorische Frage einstufen. Wir fuhren über freies Gelände. Regen prasselte gegen die Scheiben. Und der Wolkenfront nach, würde er noch eine ganze Weile so weitermachen.

„Warum machst du bei so einem Wetter krank?“

„Scheiße, man. Ich sitze lieber zu Hause und schaue mir die Tapete an, als das ich arbeite.“ erklärte der zweite. Eine Station später stiegen sie aus.

Ich fuhr bis zum Flughafen, wo ich mich 9 Stunden lang den Arbeitstag hindurch quälte. Dabei ist meine Tapete auch sehr schön.

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