Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste

Als ich in den Pausenraum kam, unterhielten sich dort zwei Kolleginnen. Erst ein paar Momente später bemerkte ich Raja. Er saß in der Ecke und ließ sich still lächelnd von seinem Smartphone hypnotisieren.

Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste
Bildquelle Pixabay Fotograf rawpixel

Während ich zu dem Wasserspender lief, bekam ich mit, Beate und Gabi redeten über eine dritte, nun, ja, eher kontrovers wahrgenommene Kollegin namens Steffi. Ich hatte vorgehabt nur meine Wasserflasche aufzufüllen und dann wieder zu verschwinden.

Aber man muss flexibel sein! 

Ich setzte mich also und zückte mein Smartphone. Dann aktivierte ich irgendeine App. Anschließend bemühte ich mich, den Eindruck zu erwecken, als interessiere mich nur das Geschehen auf dem Display. 

Beate und Gabi zogen nun wieder vom Leder. Nachdem sie eine Weile lang Steffis Arbeitsleistung bewertet hatten (sehr niedrig), wechselten sie zu ihrem Aussehen (viel zu künstlich). Sie waren gerade dabei einen Schwenk hin zu ihrer Krankheitsquote zu vollführen (zu hoch), als die Tür aufging.

Steffi kam herein.

Kurz stutzte sie. Etwas stimmte nicht. Dann verarbeitete ihr Hirn das plötzliche Schweigen. Mit einem finsteren Gesicht stampfte sie zu ihrer Tasche und lief mit knallenden Absätzen zur Tür zurück.

„Soll ich dich heute Abend wieder nach Hause fahren?“ fragte Raja sanft.

Sie sah verblüfft in die Richtung, aus der die Stimme kam. Man kann Raja wirklich unglaublich leicht übersehen.

„Ja, das wäre lieb.“ entgegnete Steffi und verschwand nach draußen.

Während sich Beate und Gabi mit riesigen Augen anstarrten, blickte Raja wieder still lächelnd auf sein Smartphone. 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.