DER SPIEGEL – Die arabischen Titelbilder

Mit SPIEGEL Cover Die arabischen Titelbilder geht die Serie in eine neue Runde.

SPIEGEL Titelbilder

20 Prozent

Die Drohnen schwebten am frühen Samstag morgen der letzten Woche (14.9) leise in die Anlagen des staatlichen Ölkonzerns Saudi Aramco herein. Minuten später brannten große Teile der Raffinerie.

Die Investoren fingen an sich Fragen zu stellen. Hatte Trump recht, wenn er behauptete, der Angriff der Drohnen käme in Wirklichkeit aus dem Iran? Würde das vielleicht sogar zu einem Krieg führen? War damit die Ölproduktion etwa auf Monate hinaus blockiert?

Anleger befürchteten zumindest das. Sie erwarteten den Handelsstart am Montag mit Sorge.

Und tatsächlich. Am letzten Montag stieg der Ölpreis sprunghaft um 20% an. Er hat inzwischen aber wieder einen großen Teil der Gewinne abgeben müssen. Schneller als gedacht kann die Raffinerie wohl wieder in Produktion gehen. Die Aktienmärkte hatten erstaunlicherweise der Entwicklung im Nahen Osten keine große Bedeutung zugemessen.

So wird also Arabien in der aktuellen Ausgabe des SPIEGEL dargestellt. Wie aber präsentierte DER SPIEGEL das in früheren Ausgaben seit 1970?

SPIEGEL – Die arabischen Titelbilder: Der Rückblick – Heute mit…

Öl
Gewalt
Wenn schon nicht die Gegenwart glänzt…
and the Twin award goes to…

Öl

Tja, es wird noch einige Zeit dauern, bis der Verbrennungsmotor substantiell an Bedeutung verliert. Bis dahin hängen wir deutlich von der arabischen Halbinsel ab. Dummerweise.

Titelbilder Arabien
Bildquelle Wikipedia

Man kann sich von dieser Statistik leicht täuschen lassen. Demnach sitzt Venezuela auf dem größten Öl-Reserven. Das stimmt zwar schon. Aber die bekommen ihren Hintern nicht hoch. Und was nützt einem alles Öl der Welt, wenn man es nicht heben kann?

Was bleibt, ist die Dominanz der arabischen Halbinsel. Sie thronen über knapp der Hälfte der weltweiten Öl-Reserven.

Gewalt

Unheimlich wird des Schlossers Kraft, wenn er mit Verlängerung schafft.

Das gilt leider auch für das zerstörerische Potential von deutschen Rüstungsexporten nach Saudi-Arabien.

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Bildquelle Statista.com

Dieses Kurve sieht harmloser aus, als sie ist. Seit der Jahrtausendwende hat sich der Wert deutscher Rüstungs-Exporte nach Saudi-Arabien mehr als verzehnfacht. Spätestens mit der neuen großen Koalition hätte sich das zwingend ändern müssen: 

Wir werden ab sofort keine Ausfuhren an Länder genehmigen, solange diese unmittelbar am Jemen-Krieg beteiligt sind

So der Original-Ton im Koalitionsvertrag.

Es hat sich jedoch nichts geändert. Die Saudis, immer noch mit Unmengen an schwarzem Gold gesegnet, bekamen Ausnahme-Genehmigungen. Alleine im ersten Quartal des Jahres 2018 zog das Bundeswirtschaftsministerium Sondererlaubnisse in Höhe von knapp 162 Miliarden Euro.  (Und wie sich die Waffenexporte nach Saudi-Arabien bis zum Ende des Jahres 2018 entwickelten, seht ihr bei der Verleihung des Twin Awards.) 

Kein Panzer rollt so schön wie der Rubel.

Wenn schon nicht die Gegenwart glänzt…

…dann doch wenigstens Vergangenheit und Zukunft.

Und wir verleihen (leider) wieder einen Twin Award

arabische Titelbilder
43/2018
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Jamal Khashoggi Bildquelle Wikipedia

Als Jamal Khashoggi am 2. Oktober 2018 das saudi-arabische Konsulat in Istanbul betrat, tat er das der Liebe wegen. Er musste für seine Heirat lediglich einige Dokumente abholen.

Seine Braut würde ihn nicht mehr lebend wiedersehen.

2 Wochen lang blieb Khashoggi wie vom Erboden verschwunden. Dann kristallisierte sich allmählich heraus, was im Konsulat passiert sein musste:

Statt eines Dokuments erwartete ihn ein 15-köpfiges Sonderkommando der Saudis. Man ging zunächst davon aus, er sei während einer Folterung gestorben. Die saudische Führung hat jedoch inzwischen eine Stellungnahme herausgebracht. Und wir wissen es nun besser. Die 15 Männer wollten mit Khashoggi nur über seine regierungskritische Einstellung reden. Unglücklicherweise kam es dabei zu einem Streit, in dessen Verlauf Khashoggi starb.

Jamal Khashoggi starb wenige Tage vor seinem 60. Geburtstag. 

Die Bundesregierung verschärfte daraufhin sofort den ohnehin schon vorhandenen Exportstopp von Rüstungsgütern nach Saudi-Arabien.

Was das gebracht hat, sehen wir im letzten Statista-Diagramm dieser Ausgabe.

SPIEGEL Titelbilder Arabien

Gar nichts. Es hat gar nichts gebracht. Inzwischen werden Stimmen lauter, die  sich für eine Lockerung des Exportverbots aussprechen. Wir können, mit Blick auf das obige Diagramm, aber auch fragen: Warum noch lockern? Es gibt immer genug Gründe für großzügige Regelauslegungen, Ausnahme-Genehmigungen und berechtigte Sonderfälle.

Habe ich vielleicht ein thematisch passendes SPIEGEL Titelbild übersehen? Kennt ihr noch weitere? Nur zu! Schreibt mir!

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DER SPIEGEL ist eine der auflagenstärksten deutschen Wochenzeitschriften, und bei den Titelbildern legen sie sich richtig ins Zeug. Die SPIEGEL Cover schafften es sogar schon zu Ausstellungen in Museen. Für sämtliche Cover liegt das copyright bei DER SPIEGEL

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