Spiegel Cover: mit harter Hand

Mit Spiegel Cover startet hier eine neue Reihe. Der Spiegel ist eine der auflagenstärksten deutschen Wochenzeitschriften, und bei den Titelbildern legen sie sich richtig ins Zeug. Die Spiegel Cover schafften es sogar schon zu Ausstellungen in Museen. Für sämtliche nachfolgenden Cover liegt das copyright bei DER SPIEGEL

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Weg damit! So rabiat packen Roboter überflüssige Angestellte 2016 in der aktuellen Ausgabe an. Computer und Roboter können es einfach besser und kosten Arbeitsplätze. Ist doch klar!

Spiegel Cover – mit harter Hand: Der Rückblick

Wie aber wurden früher die gleichen Sachverhalte präsentiert? Diese Reihe zeigt, wie sich manche Themen ab 1970 hinweg entwickelten. (oder auch nicht.)

Los geht es mit der harten Hand.

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Her damit! Bei der Erde zeigt die Hand schon mehr Fingerspitzengefühl (2014)
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Am Schlafittchen gepackt: 1991 mussten das noch echte menschliche Chefs auf dem Spiegel Cover machen
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Genaugenommen, ein echter Off-Topicer aus dem Jahr 1988. Der Greifarm zieht Papa von der Familie weg in die Fabrik hinein
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1978: Noch mal 10 Jahre früher. Ein überflüssiger Angestellter hängt am Haken. Hier schließt sich der Kreis. Computer und Roboter können es einfach besser und kosten Arbeitsplätze. Ist doch klar!

Nein. Leider müssen wir den Kreis hier noch mal öffnen. Der lousy Loser hat eine eigene Zeitschrift eingeführt, die sich zufällig mit dem gleichen Thema beschäftigt. Ob wir die hier nicht auch präsentieren können?

Na gut.

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Kein Spiegel Cover. Der Loser: Das Magazin für Menschen mit reduziertem Erfolgspotenzial in ihrem Leben.

Die Mutter aller überflüssigen Angestellten

Das war knapp.

Wütendes Pöbel und Gesocks standen in John Kays Haus und schrien ihn nieder. Die Wohnungseinrichtung war zerschlagen. Das schöne Porzellan zerdeppert. Einige wollten ihn am liebsten gleich in seinem Garten an einem Baum aufhängen. Anderen genügten es ihm ihren Speichel und Frust ins Gesicht zu schreien. Ohne Frage. John Kay hatte schon bessere Tage erlebt.

John Kays bester Tag

Sein bester Tag hatte 20 Jahre zurückgelegen. 1733 erfand er nach jahrelanger Tüftelarbeit den Schnellschusswebstuhl . Der gute Mann hatte seinen persönlichen Mount Everest bestiegen. Zehntausende von Weberinnen und Handwerkern würden ihm auf ewig dankbar sein. Niemand musste mit seiner Erfindung mehr stundenlang monotone Webarbeit verrichten. Würden deswegen Stellen wegfallen? Nein! Dank seiner großartigen Erfindung würde es stattdessen sogar mehr Arbeit geben! Für Konstrukteure, die Spezifikationen entwerfen mussten. Für Ingenieure, welche die Schnellschusswebstühle auf neue Produkte modifizieren mussten. Für Techniker, die den Stuhl warten mussten. Und für Lehrlinge, die ab und an mit einigen wenigen Handgriffe noch eingreifen mussten. Er selbst würde natürlich als wohlhabender Erfinder die größte Fortschrittsdividende kassieren.

50 Jahre später…

stirbt John Kay. Verarmt, irgendwo in Frankreich. Die Fortschrittsdividende haben andere kassiert. Nachdem ihm die Maschinenstürmer  vor 30 Jahren im eigenen Haus die Hölle heißgemacht hatten, war er Hals über Kopf geflohen. Natürlich hatte es mit dem Webstuhl auch eine Zunahme an qualifizierten Jobs gegeben.

Dumm nur, dass es nur die wenigsten Weberinnen zu Konstrukteurinnen, Ingenieurinnen und Technikerinnen gebracht hatten.

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Themenübersicht Spiegel Titelbilder

und

DER SPIEGEL: Twins – Die Zwillings-Titelbilder

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