Die Krisen auf den Titelbildern des SPIEGEL

Mit SPIEGEL Cover Krisen geht die Serie in eine neue Runde.

Krisen
38/2018
Mit dem Rechten sieht man besser?

Auf dem aktuellen Cover schneidet DER SPIEGEL Horst Seehofer die linke Gesichtshälfte weg.

Der Hintergrund Seehofers neuester Krisen ist sein Festhalten an Hans-Georg Maaßen, dem Präsidenten des Bundesamts für Verfassungsschutz. Maaßen hatte sich das Video einer Hetzjagd auf Ausländer angesehen. Sein Fazit: Muss nicht stimmen. Kann ja auch Fake-News sein. Das löste einen gewaltigen Shit-Storm aus.

Seehofer, mit einem sicheren Instinkt für Fettnäpfchen gesegnet, stellte sich tapfer gegen den Strom. 4 Wochen vor den Landtagswahlen in Bayern verzichtete er auf eine Entlassung Maaßens.   

So wird also eine formidable Krise in der aktuellen Ausgabe des SPIEGEL dargestellt. Wie aber präsentierte DER SPIEGEL Krisen in früheren Ausgaben seit 1970?

SPIEGEL Cover Krisen: Der Rückblick – Heute mit…

  • Ein Chart über die Häufigkeit von Krisen auf den Titelbildern des SPIEGEL
  • Politische Krisen
  • Öl-Krisen
  • Wirtschaftskrisen
  • Währungskrisen
  • Weltkrisen
  • Exotische Krisen
  • …und wir verleihen wieder den Twin award!

Wie häufig tauchen Krisen auf den Titelbildern des SPIEGEL auf?

SPIEGEL Titelbilder

Krisen tauchen insgesamt 78 mal auf. Das ist erstaunlich wenig bei 2500 Ausgaben und dem Weltgeschehen der letzten knapp 50 Jahre. 

In das eine Auge springt die Flaute in den Achtzigern bis Mitte der Neunziger. Bis zum Ausbruch von Russland- und Asienkrise hatte der DER SPIEGEL in den anderthalb Jahrzehnten nur wenige Krisen auf dem Radar.

Der starke Anstieg 2009 sticht in das andere Auge. Natürlich geht es da nur um die Finanzkrise.

DER SPIEGEL kommt dieses Jahr auf bislang 6 Krisen auf dem Titelbild:

  • Die Krise der Volksparteien (8/18, 38/18)
  • 2 globale Krisen (21/18, 30/18)
  • und zweimal die Flüchtlingskrise (25/18; 34/18)

Damit hat DER SPIEGEL den Rekord aus dem Jahr 2009 eingestellt. Es bleiben noch gut drei Monate ihn auch zu brechen.

Politische Krisen

Ich fange mal mit den harmlosen Krisen an.

Öl-Krisen

Das kann man nach 10 Jahren US-Fracking kaum noch glauben. Aber früher war Öl richtig teuer.  Die Titelbilder stammen aus nur zwei Phasen besonders hoher Öl-Preise: Zum einen 1973/1974 und zum anderen aus dem Jahr 2000. 

Wirtschaftskrisen

Eine glasklare Trennung von wirtschaftlichen und politischen Krisen gelang mir nicht immer. Wirtschaftliche Krisen haben oft politischen Ursprung. (Andrerseits schafft es die Politik auch ganz ohne wirtschaftliche Beihilfe ihre eigenen Krisen zu schaffen. Siehe das aktuelle Titelbild des SPIEGEL)  

Währungskrisen

Ich sag’s ja immer:

Spare in der Zeit, dann hat der Staat in der Not.

Im Extremfall bedeutet das Währungsreform. Das ist dann wie Monopoly. Es spielt keine Rolle mehr, wie lange oder wie viel du gespart hast. Du ziehst die Ereigniskarte „Gehe zurück auf Los.“  

Weltkrisen

Es gab natürlich kritische globale Situationen vor 2008/9. Im nach hinein fällt aber auf wie großen Raum diese letzte Phase in der Berichterstattung des SPIEGEL einnimmt.

Exotische Krisen

Also, ich weiß nicht, was die sich damals in der Redaktion des SPIEGEL gedacht hatten. Aber mein Lieblings-Titelbild ist immer noch mit Abstand das mit den müden Spermien!

…and the twin award goes to…

Krisen SPIEGEL
7/2004

Auf den Kunstgriff der halbierten Köpfe greift DER SPIEGEL nur selten zurück. Hier musste Gerhard Schröder daran glauben. Seine Kanzlerschaft hatte 2004 ihre Halbwertszeit schon deutlich überschritten. Schröder schwächelte. Und Müntefering zauderte nicht lange. In einem Eilverfahren schnappte er sich den SPD-Vorsitz von Schröder. Der war nicht amused.

Habe ich vielleicht ein thematisch passendes SPIEGEL Titelbild übersehen? Kennt ihr noch weitere? Nur zu! Schreibt mir!

Und hier geht es zu den Hauptseiten: 

Themenübersicht Spiegel Titelbilder

und

DER SPIEGEL: Twins – Die Zwillings-Titelbilder

DER SPIEGEL ist eine der auflagenstärksten deutschen Wochenzeitschriften, und bei den Titelbildern legen sie sich richtig ins Zeug. Die SPIEGEL Cover schafften es sogar schon zu Ausstellungen in Museen. Für sämtliche Cover liegt das copyright bei DER SPIEGEL

Das ist die aktualisierte Ausgabe eines Beitrages der ursprünglich am 18.2.2018 erschienen war.

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