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Andreas Eschbach – Die 2 großen Irrtümer des bekannten deutschen Science-Fiction Autors

Der Bestseller-Autor Andreas Eschbach hat ein gutes Gespür für zukünftige Entwicklungen. 2 mal lag er aber auch böse daneben!

Wer ist Andreas Eschbach?
Irrtum Nr. 1: Das Jesus-Video
Irrtum Nr. 2: Ausgebrannt

Wer ist Andreas Eschbach?

Andreas Eschbach Bildquelle Wikipedia

Andreas Eschbach ist nicht nur einer der erfolgreichsten deutschen Science-Fiction-Autoren. Er ist auch einer der fleißigsten. Mittlerweile umfasst die Liste seiner Veröffentlichungen über 40 Werke.

Kein Wunder. Seit Eschbach vor fast einem halben Jahrhundert als 16-Jähriger das erste mal eine Kurzgeschichte veröffentlichen konnte, (Welt des Unheils im Perry Rhodan Heftchen Nr. 739 Operation Doppelgänger )macht er auch kaum etwas anderes.

Er bewies dabei oft ein gutes Gespür für zukünftige Entwicklungen. Eine Billion Dollar kreist um den bösen Zinseszins. Und natürlich den Josephspfennig. Während bei NSA- das Nationale Sicherheits- Amt das Thema Überwachung im Vordergrund stand.

Zwei mal lag Andreas Eschbach allerdings auch bös daneben.

Das Jesus-Video (1998)

Mit Das Jesus-Video landete Andreas Eschbach seinen größten Erfolg bisher. Er veröffentlichte den Roman 1998. Und Regisseur Sebastian Niemann drehte die Geschichte 4 Jahre später. Es blieb bis jetzt die einzige Verfilmung eines Werks von Eschbach.

Darin entdeckt ein alles in allem wirklich sehr findiger Student eine leere Video-Kamera. Und zwar in einem 2000 Jahre alten Grab in der Nähe Jerusalems.

Das warf gleich 3 Fragen auf, bei denen man eine Gänsehaut bekommen kann.

  • Wer unternahm die Zeitreise?
  • Wo ist die Kassette?
  • Und was filmte der Zeitreisende eigentlich vor 2000 Jahren in Jerusalem?

Eher beiläufig lässt Eschbach den Manager John Kaun sich auch Gedanken um Donald Trump machen. In einem langen Absatz kommt Donald Trump gar nicht gut weg. Der Manager glaubt, Trump hätte in seiner Hybris sein Blatt überreizt und sei nun am Ende.

Eschbach traf da 1998 eine ziemlich naheliegende Vermutung. Trumps Airline hatte Anfang der 90er Jahre eine waschechte Bruchlandung hingelegt. Und kurz darauf ging auch noch die Dachgesellschaft für seine Casinos in Vegas Pleite.

Den kompletten Absatz, und wie sich Andreas Eschbach später über Donald Trump äußerte, könnt ihr in dem Beitrag Was hat Donald Trump mit dem Jesus Video zu tun? lesen.

Ausgebrannt (2007)

Wir sehen hier das größte Ölfeld der Welt! Ghawar. Aber ist es auch das vollste?

Knapp zehn Jahre später ließ Eschbach das Ölzeitalter auf die harte Tour enden. Das größte Ölfeld der Welt, Ghawar, versiegte.

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Andreas Eschbach schrieb diesen Roman unter dem Eindruck der Peak-oil-Theorie. Also der Annahme, die weltweite Ölfördermenge müsse irgendwann ein Maximum erreichen. Und ab diesem Zeitpunkt würde es unangenehm werden. Angebot und Nachfrage würden auseinanderstreben. Der Preis für Rohöl durch die Decke gehen.

Da lag er völlig falsch.

Der Ölpreis hatte sich in den Jahren vor der Finanzkrise tatsächlich beständig über 100 Dollar das Barrel gehalten. Und zwar sowohl die amerikanische Ölsorte WTI, als auch ihr europäisches Pendant, Brent.

Dann, 2007, Eschbach veröffentlichte gerade seinen neuesten Roman, Ausgebrannt, gingen die Finanzmärkte praktisch samt und sonders in den Sturzflug über. Dabei kam auch das Öl unter die Räder. Und es sollte sich nie wieder erholen…

Wir sehen hier den Preis für Rohöl der amerikanischen Marke West Texas Intermediate. Der senkrechte Strich im Chart ganz rechts entstand nicht durch die manuelle Eingabe eines absurd falschen Wertes.

Am 19.4.2020 befanden sich Angebot und Nachfrage für WTI tatsächlich in einem extrem ungewöhnlichen Verhältnis. Allerdings völlig invers zu Eschbachs Prognose. Der Ölpreis kollabierte aufgrund hoffnungslos voller Öllager  kurzzeitig sogar ins negative. Die „Verkäufer“ von Öl sahen sich gezwungen den „Käufern“ zusätzlich zur Ware noch weiteres Geld in die Hand zu drücken, nur um ihr Öl loswerden zu können.

Seitdem haben sich die Ölpreise zwar teilweise wieder erholt, liegen aber immer noch aussichtslos niedrig. (Brent befindet sich einem Vierteljahr in einer engen Range zwischen 39 und 45 Dollar)

Der große, böse, schwarze Pfeil

Zur Ehrenrettung des Science-Fiction-Autors muss gesagt werden, in einem Punkt lag Andreas Eschbach richtig. Der große, böse, schwarze Pfeil im Chart zeigt auf den 3. April 2019. NTV veröffentliche an dem Tag einen Artikel, der genau das wiedergab, was Eschbach ein Dutzend Jahre zuvor schon prophezeit hatte. Ghawar, das weltgrößte Ölfeld ist bereits überraschend leer.

Der geringe Füllstand hatte allerdings auf die Preisfindung offensichtlich nicht den von Eschbach gedachten Effekt. Experten sprechen inzwischen statt von Peak Oil lieber von Peak Demand. Also dem Zeitpunkt, an dem die Nachfrage nach Öl am höchsten ist.

Und vielleicht liegt dieser Punkt bereits ein Jahr hinter uns.

Was meint Ihr dazu? Das würde mich interessieren! Schreibt Eure Gedanken doch einfach in die Kommentar-Box unten ⇓ rein!

markus

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