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DER SPIEGEL: China auf den Titelbildern

Mit SPIEGEL Cover China geht die Serie in eine neue Runde.

Unter  dem Teppich

So wird China in der aktuellen Ausgabe des SPIEGEL dargestellt. Ein Staat, der verzweifelt versucht, etwas unter den Teppich zu kehren.  Was genau, China verschleiern will, bleibt unklar. Trump glaubt weiterhin, der Virus stamme aus dem Wuhan nahegelegenen Labor. Nach Xi Jinping, dem Generalsekretär der Kommunistischen Partei Chinas, liegt jedoch nicht mal ein Versäumnis der chinesischen Behörden vor.

Wie aber präsentierte DER SPIEGEL China in früheren Ausgaben seit 1970?

SPIEGEL Cover China: Der Rückblick Heute mit…

Mao
Mächtiges China
Kapitalistisches China
China und Deutschland
China und Russland
China und die USA
Der Druck im Kessel
Die Jalousien
Corona/Wuhan

Diesmal fiel mir die Einteilung der Cover in einzelne Bildergalerien schwer.  DER SPIEGEL hat bei keinem anderem Hauptthema bisher so konsequent mindestens 2 Unterthemen immer in ein Titelbild zusammengepresst. Bekannte Titelbilder, die ihr in einer bestimmten Galerie erwartet habt, können also in einer ganz anderen stecken.

Und am meisten unter dem Zerrupfen leiden musste…

Mao

Vielleicht sehen Chinesen das anders. Aber im Westen gilt Mao Zedong als die große Verkörperung für China. Kein Wunder. Er gründete die Volksrepublik 1949. Und er führte sie bis zu seinem Tod 1976. Außerdem hatte er eine wirklich sehr, sehr blumige Sprache.

Unumstritten ist Mao aber auch im Reich der Mitte nicht. Wir hatten Schröder und dessen Kampagne Agenda 2010. Fit für die Zukunft sollte uns das Programm machen. Und wir litten ein wenig darunter. Die Chinesen hatten den Großen Sprung nach vorn. Und ca. 30 Millionen von ihnen blieben beim Großen Sprung verhungert auf der Strecke.

Mächtiges China

Und für alle, die jetzt von Macht auf dem SPIEGEL Cover noch nicht genug haben. Hier gibt es einen ganzen Beitrag nur über das Thema.

Kapitalistisches China

Des einen Freud, des anderen Leid

Die Größe und schiere Kraft der chinesischen Wirtschaft lässt sich  schon auf den Titelbildern gut erkennen. Was im Dunkeln bleibt, ist, wer den hohen Preis dafür zahlen muss…

Die Arbeitsbedingungen müssen fürchterlich sein.

Hier ein Bericht über Foxconn. Schlappe 1,2 Millionen Menschen arbeiten für das Unternehmen. Und leiden.

Freuen können sich darüber die Besitzer von iPhones. Foxconn produziert für Apple. Gäbe das Unternehmen mehr Geld für seine Mitarbeiter aus, müssten IPhone-Besitzer tiefer in ihre Taschen greifen.

China und Deutschland

Hier geht es fast nur um Wirtschafts-Fragen. Auch in den dreiteiligen Titelleisten von

23/2016: Chinas Jagd auf deutsche Hightech-Firmen.

21/2018: Die neue Supermacht – Chinas griff nach der deutschen Wirtschaft

China und Russland

Die Wurzeln des miserablen Verhältnisses zwischen Russland und China liegen lange, lange zurück.

Ende des 19. Jahrhunderts schwächte der Boxeraufstand China massiv. Die Russen hielten das prompt für eine gute Idee sich die Mandschurei unter den Nagel zu reißen.

Das führte zu vielen blutigen Scherereien. Und war, im Nachhinein betrachtet, eine schlechte Idee.

Knapp 50 Jahre später wiederholte sich das Spiel. Die Chinesen befanden sich mal wieder in einem Bürgerkrieg. Diesmal zwischen den Nationalisten und den Kommunisten unter Mao Zedong. Der Kommunist Stalin überlegte, wer wohl gewinnen würde. Nach einer Weile glaubte er, es würden die Nationalisten sein. Und unterstützte sie also gegen die Kommunisten. Diese zweite schlechte Idee vergiftete das Verhältnis zwischen den beiden Staaten auf Jahrzehnte.

1978 fühlte sich Moskau (so glaubte es zumindest DER SPIEGEL) von den Chinesen eingekreist. Aber ein halbes Jahr später griff China dann…

Vietnam an. Und zwar in einem „Selbstverteidigungs- und Gegenangriffskampf an der chinesisch-vietnamesischen Grenze“ So die Übersetzung vom chinesischen ins Deutsche. Ich übersetze das noch mal schnell in Klartext: Offensivschlag. Er entwickelte sich allerdings als Schlag ins Wasser. China beanspruchte wie Vietnam den Sieg für sich. Zog sich aber nach einer Weile wieder kleinlaut aus den besetzten Gebieten zurück.

China und die USA

In zwei Teilen kommt diese Bildergalerie daher. Der erste größere Teil umfasst die Jahre 1972-79. China und die USA näherten sich vorsichtig an. Forrest Gump sei Dank.

Dann schwieg DER SPIEGEL auf seinem Cover für ein Vierteljahrhundert zu dem Thema. Als er es 2005 wieder aufgriff, wurde es martialisch. Der chinesische Drache und der amerikanische Adler kämpfen um die Welt von morgen.

Nicht viel besser sah es in diesem Titelband aus.

13/2014: NSA gegen China – Wettlauf der Spione

Der Druck im Kessel

China in Aufruhr?!
Nein! Aufruhr in China!

Erstaunlich. Wir haben hier mit insgesamt 10 Bildern die mit Abstand größte Galerie. Dabei berichtet DER SPIEGEL auf seinen Titelbildern nicht mal vom größten Druck im Kessel. Der Kulturrevolution.

Mao saß Mitte der 60er Jahre nicht mehr fest im Sattel. Dem Land ging es wirtschaftlich schlecht. Immer noch nicht hatten die Chinesen sich vom Großen Sprung nach vorne erholt. Parteiinterne Rivalen entstanden.

Zum Glück (für sich) fand Mao eine Lösung, die Zügel wieder fest anzuziehen. Er forderte das Volk auf, die Partei offen zu kritisieren. Das taten sie dann auch. Dummerweise wurde dabei aus etwas, was ein kontrolliertes Lagerfeuer hätte sein sollen ein Flammeninferno. Die Kulturrevolution bekam China bis zu seinem Tod nicht mehr in den Griff.

In die schrägen Schriftbänder kamen noch:

28/1989: SPIEGEL Gespräch mit Chinas Studentenführer WuEr Kaixi (der so schlau gewesen war, sich rechtzeitig ins Exil abzusetzen)

13/2008: Oympia am Abgrund -Chinas blutige Abrechnung mit den Tibetern

Die Jalousien

Corona/Wuhan

DER SPIEGEL beschäftigt sich bereits in der elften Ausgabe in Folge mit dem Corona-Virus. Allerdings geht er bisher nur zweimal auf dem Cover auf dessen Ursprung ein:

Habe ich vielleicht ein thematisch passendes SPIEGEL Titelbild übersehen? Kennt ihr noch weitere? Nur zu! Schreibt mir!

Und hier geht es zur Hauptseite:

Themenübersicht Spiegel Titelbilder

DER SPIEGEL ist eine der auflagenstärksten deutschen Wochenzeitschriften, und bei den Titelbildern legen sie sich richtig ins Zeug. Die SPIEGEL Cover schafften es sogar schon zu Ausstellungen in Museen. Für sämtliche nachfolgenden Cover liegt das copyright bei DER SPIEGEL

SPIEGEL Cover China ist die aktualisierte Version eines Beitrags, der zuerst Ende 2017 erschien.

markus

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markus