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DER SPIEGEL – Die Familie auf dem Titelbild

Mit SPIEGEL Cover Die Familie geht die Serie in eine neue Runde.

Familie, Frust und Freiheit

DER SPIEGEL präsentiert uns mit dem neuen Cover eine Familie, die anscheinend auf der Sonnenseite des Lebens steht. Sie besitzt einen größeren Garten. Und offensichtlich befindet sich ihr Haus irgendwo pittoresk auf dem Lande.

Aber auch hier gibt es dunkle Wolken, die die Stimmung drücken. Die Arbeit hat sich via Homeoffice in unsere Freizeitidylle hineingefressen. Liest man den Leitartikel stellt man fest, der Spiegel hat sich mit Absicht ein gutsituiertes Paar ausgesucht. Denn Homeoffice ist leider nicht für jeden Arbeitnehmer eine Option.

Es sind zumeist die schlecht dotierten Jobs, die eine Präsenz am Arbeitsort erfordern.

Fun fact am Rande: Schaut mal genauer in die Mitte des Titelbildes. Papa arbeitet nicht wirklich an einem Apple Computer…

Jedenfalls bringt DER SPIEGEL hier 2 Dinge zusammen auf sein Cover, die man nie vermischen sollte. Arbeit und Freizeit. Ob er dies zum erstem Mal tat, sehen wir bei der Verleihung der Twin Awards

Wie aber präsentierte DER SPIEGEL die Familie auf dem Titelbild seit 1970?

Die Familie auf dem Titelbild: Der Rückblick – Heute mit…

Famous Familys
FKK steht für Familien-Körper-Kultur
Migration ist Familiensache
Die lieben Kleinen
Familien-Idylle: Wahn und Wirklichkeit
Die Familie auf dem Titelbild: Scheidung!
Das Ende
Und wir verleihen diesmal gleich 2 Twin Awards!

Famous Familys

Netter Rahmen, Ursula...
...aber der ist besser!

Berühmtheit ist leider auch kein Garant für Glück. Sonderlich glücklich lächelt in der Galerie kaum jemand.

Die Trumps strahlen. Einverstanden. Und Ursula von der Leyen. Das SPIEGEL Titelbild entstand Jahre vor der Berater-Affäre. Aber da sie im Untersuchungsausschuss konsequent die „Mein Name ist Hase. Ich weiß von nichts.“-Karte spielte, konnte dies sie auf dem Weg zu höheren Weihen dann doch nicht aufhalten.

FKK steht für Familien-Körper-Kultur

43/1996

Okay. Das sieht jetzt schlimmer aus, als es ist. Zur Ehrenrettung des SPIEGEL sei erwähnt, sie brachten nur ein Nacktbild in dem Kontext in diesem Jahrtausend heraus.

Migration ist Familiensache

Das erste Cover stammt aus dem Jahr 1976. Es thematisierte die zunehmenden Rassenunruhen in Südwest-Afrika.

Die übrigen Titelbilder beschäftigten sich meist mit dem Kollaps der DDR. In zunehmendem Maße strömten die Ostdeutschen ab Herbst 1989 nach Westdeutschland. Wie bei anderen Immigrationswellen wurden sie zunächst mit offenen Armen empfangen. Dann dämmerte vielen, es gab nur einen Wohnungsmarkt. Nur einen Arbeitsmarkt. Und diese Märkte galt es nun mit vielen Konkurrenten zu teilen. Konkurrenten, die im Unterschied zu anderen Einwandern gute Deutschkenntnisse und eine gute Schulbildung besaßen.

Der Wind drehte sich.

Auch deutsche Familien können Migranten sein.

Die lieben Kleinen

Na, ja. Wo viel Licht ist, ist auch viel Schatten. In der Galerie gibt es neben 2 mal Schatten, noch 2 mal Helikoptereltern und 2 mal die besseren Mütter!

Waren diese Kinder nicht furchtbar süß?

Ja, waren sie nicht. Noch mehr Bälger tauchen deshalb in den nächsten beiden Kapitel auf!

Familien-Idylle: Wahn und Wirklichkeit

Man wird ja wohl noch träumen dürfen…

Okay. Zeit aufzuwachen:

Die Familie auf dem Titelbild: Scheidung!

Die Bilder erzählen in ihrer Chronologie auch eine kleine Geschichte.

Auf dem ersten SPIEGEL Cover sieht man eine Szene aus dem Film Kramer gegen Kramer. Dustin Hoffman kümmert sich dort so liebevoll um den kleinen Justin Henry, dass er am Ende seinen ersten Oscar gewinnen wird. Meryl Streep bekommt zwar das Sorgerecht zugesprochen. Aber auch sie erkennt zum Ende des Films, Justin sollte bei Papa bleiben und nicht bei ihr.

Es folgen 2 Titelbilder, welche die Kinder zwischen den Fronten zeigen. Und die Galerie endet mit zwei weiteren Covern, auf denen die Frau sich auf ganzer Linie durchsetzt.

Das Ende

Ist das das Ende?

Nein. Das ist das Ende.

…and the Twin awards go to…

19/2020
45/1996

Tatsächlich greift DER SPIEGEL in der aktuellen Ausgabe nicht zum ersten mal auf die Alliteration von Frust/Freiheit zurück. DER SPIEGEL benutzte 7 Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer in einer seiner unzähligen Ende-der-DDR Retroperspektiven bereits dieses Wortpaar.

Habe ich vielleicht ein zu diesem Beitrag passendes SPIEGEL Titelbild übersehen? Oder habt ihr noch Vorschläge für weitere Themen zur Serie SPIEGEL Cover ?? Das würde mich interessieren! Schreibt sie doch einfach in die Kommentar-Box unten ⇓ rein!

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Themenübersicht Spiegel Titelbilder

DER SPIEGEL ist eine der auflagenstärksten deutschen Wochenzeitschriften, und bei den Titelbildern legen sie sich richtig ins Zeug. Die SPIEGEL Cover schafften es sogar schon zu Ausstellungen in Museen. Für sämtliche Cover liegt das copyright bei DER SPIEGEL

markus

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markus