In the long run

Die Immobilien-Blase auf den Titelbildern des SPIEGEL

Das aktuelle SPIEGEL-Cover zeigt die Immobilienblase. Wie aber hat DER SPIEGEL seit 1970 überteuerte Häuser auf seinen Titelbildern präsentiert?!

Aktualisiert: 18.6.2022

25/2022

Deja vu

Der Spiegel beschäftigt sich auf dem aktuellen Cover mit der Immobilienblase (mal wieder). Wir sehen ein hübsches Häuschen im Grünen, das von einem Blitz gespalten wird. Und zwar von einem Blitz, der von unten nach oben schießt. Nämlich von einem Prozent Hypothekenzinsen bei 10-jähriger Laufzeit auf 3 %.

Fun fact am Rande: Ich hielt die Entladungsrichtung des Blitzes zunächst für einen groben Fehler des Illustrators. Da lag ich falsch. Es gibt tatsächlich auch Blitze, die von unten nach oben schießen.

Der Zinsschock lautet der Titel.

So wird jedenfalls eine Immobilienblase auf dem aktuellen SPIEGEL Cover dargestellt. Wie aber präsentierte DER SPIEGEL das in früheren Ausgaben seit 1970?

SPIEGEL Cover Immobilienblase: Der Rückblick – Heute mit…

Die SPIEGEL Cover zu Immobilienblasen
Umwelt & Wohnen
Dem langfristigen Chart zur Entwicklung des Häuserpreisindex
Die Untertitel

Die SPIEGEL Cover zu Immobilienblasen

30/1970
3/1981
47/1982
3/1983
38/1989
24/1990
17/1973
15/2016
6/2018
37/1971
5/2022
25/2022

Immobilienblasen erschienen tatsächlich immer wieder auf den Titelbildern des SPIEGEL. Das früheste Cover dazu datierte bereits in der 30. Ausgabe nach Beginn des Bilanzrahmens im Jahr 1970. Danach tauchten etwa alle 7 Jahre einige Cover zu überteuerten Immobilien auf. Bis zur Wiedervereinigung im Jahr 1990. Anschließend herrschte über ein Vierteljahrhundert lang Funkstille.

Die ist nun gebrochen.

Umwelt & Wohnen

5/2022
49/2014
39/1984

Keine Dystopie. Windräder gab es bereits 1984.

Der langfristige Chart zur Entwicklung des Häuserpreisindex

Mehr Infografiken finden Sie bei Statista

Das sieht nicht gut aus.

Der Häuserpreisindex stagnierte ein ganzes Jahrzehnt lang. Er lag im Jahr 2000 bei knapp 84. Und der Häuserpreisindex befand sich 10 Jahre später, ohne größere Schwankungen durchlebt zu haben, immer noch bei dem gleichen Wert.

Dann kam das Jahr, in dem Mario Draghi auf einer EZB-Pressekonferenz sein berühmtes Zitat Whatever it takes raus haute. Die Europäische Zentralbank würde von nun an alles Notwendige tun, um den Euro zu retten. Die EZB schuf deshalb eine Reihe von Regeln, die es ihnen erlaubte, Staatsanleihen zu kaufen. Und änderte die Regeln bald darauf ab, um noch mehr Staatsanleihen zu kaufen.

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Eine der vielen Nebenwirkungen der Geldmengenausweitung zeigt dieses Diagramm. Der Häuserpreisindex legte im zweiten Jahrzehnt rasant an Wert zu. Und zwar von 84 auf 138,4. Das bedeutet ein Zuwachs von mehr als 64 %.

Die Untertitel

Ach, wo wir schon einmal beim Thema Inflation sind. DER SPIEGEL führte vor einem halben Jahrzehnt die dreiteilige Titelleiste ein. Seitdem konkurrieren wesentlich mehr Untertitel auf der gleichen Cover-Fläche um die Aufmerksamkeit der Leser. Dies führte auch zu einer Reihe weiterer bildloser Untertitel, welche die Immobilienblase thematisierten:

44/2016 Kaufrausch – Der Welt droht eine neue Immobilienblase

28/2018 Spiegel-Serie zur Wohnungsnot – Umzug unmöglich: Nicht einmal Gutverdiener finden eine neue Bleibe

33/2018 Kreative Methode gegen die Wohnungsnot – Wohnen in der Riesen-WG

16/2019 Häuserkampf – Wie viel Kapitalismus verträgt der Wohnungsmarkt?

38/2021 Eigenheim – Wann der Kauf noch lohnt

43/2021 Immobilien – Wenn das Erben unbezahlbar wird (hier geht es um die Erbschaftssteuer. Und normalerweise ist sie dem SPIEGEL zu niedrig. Aber bei Immobilien ist ja nichts mehr normal)

1/2022 Wohnungsnot – Wie der Staat alles noch schlimmer macht

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DER SPIEGEL ist eine der auflagenstärksten deutschen Wochenzeitschriften, und bei den Titelbildern legen sie sich richtig ins Zeug. Die SPIEGEL Cover schafften es sogar schon zu Ausstellungen in Museen. Für sämtliche Cover liegt das copyright bei DER SPIEGEL

markus

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markus