DER SPIEGEL – Jubiläen auf dem Cover

Mit SPIEGEL Cover: Jubiläumsausgaben geht die Serie in eine neue Runde.

SPIEGEL Titelbilder

Der Sommer der Toten?

Wir sehen hier einige berühmte Tote. Fangen wir auf der linken Seite an. Die Frau mit dem Stirnband wurde kurz vor ihrem 27. Geburtstag ermordet. Sie hieß Sharon Tate. Eine damals berühmte Schauspielerin, die auf dem Weg zu einem Weltstar war. Dann fiel die Manson-Family über ihr Anwesen her.

Die Manson-Familiy war eine erschreckend charismatische Gruppe. Eine im nachhinein nur schwer zu entwirrende Mischung aus Hippie-Kommune, Weltuntergangs-Sekte, Drogensüchtigen und Verbrechern.

Die beiden gelben Gestalten leben dagegen noch. Im letzten Kapitel Die doppelte Zeitreise werden wir sie glücklich gealtert wiedersehen!

Die beiden rechten Gestalten lebten auch nicht viel länger als Sharon Tate. Jimi Hendrix und Janis Joplin, Hippie-Ikonen vom Feinsten, starben als Mitglieder des Club 27 an den Folgen ihres Alkohol- und Drogenkonsums.

Alles in allem verwöhnt uns DER SPIEGEL hier mit einem richtig schönen Hippie-Titelbild! Angefangen von der hübschen Hippie-Schriftart über die Auswahl der Motive, bis hin zu einem großartigen Design, das was von einem psychodelischen Scherenschnitt hat. Ich bin nach der Durststrecke einiger eher mäßiger Titelbilder wieder begeistert! 

So jedenfalls wird ein Jubiläum in der aktuellen Ausgabe des SPIEGEL dargestellt. Wie aber präsentierte DER SPIEGEL das in früheren Ausgaben seit 1970?

SPIEGEL Cover eine runde Sache: Der Rückblick – Heute mit

DER SPIEGEL

Sonderlich eitel ist der SPIEGEL nicht. Sie stellen sich selbst bei gerade 4 Ausgaben in den Mittelpunkt. Das macht seit 1970 weniger als 2 Promille aller Ausgaben.

1962 veröffentlichte DER SPIEGEL einen Artikel, der durch einen analogen Wikileaks-Vorläufer zustande kam. Das Fazit lautete, NATO und Bundeswehr taugen keinen Schuss Pulver. 

Das gefiel Franz Josef Strauß überhaupt nicht. Der hatte damals den Posten des Verteidigungsministers inne. Schon seit einer geraumen Weile nervte ihn DER SPIEGEL, und jetzt sah er eine gute Gelegenheit. Der Tag der Abrechnung war gekommen. Als Türöffner hatte er eine, wie er fand, berechtigte Frage. „Wer war die Informantensau?!“Die Polizei durchsuchte Redaktionsräume, Mitarbeiter wurden verhaftet. Inzwischen ist die Geschichte auch verfilmt.  

Vive la révolution

Hier passt das gute alte Zitat von Ambrose Bierce:

Revolution ist ein plötzlicher Wechsel in der Form der Missregierung

Etwas handfester drückt es der Mann mit Hut aus:

Revolution ist eine Meinung, die auf Bajonette trifft.

Das wird, leider Gottes, nicht das letzte Mal gewesen sein, dass Napoleon markante Worte fand.

Staaten und ihre Jubiläen

Deutschland

Nicht lustig. Das erste Jubiläum behandelt den Sieg der Germanen über das Römische Reich.

Das zweite Jubiläum dreht sich um den Untergang des Römischen Reiches Deutscher Nation. Um 1800 wackelte es bereits bedenklich. Dann, 1806, kam Napoleon und rüttelte einmal heftig.

Törichter ist kein anderes Volk auf Erden. Keine Lüge kann grob genug ersonnen werden: die Deutschen glauben sie.

Das Original-Zitat ging noch länger. Nettere Worte fand Napoleon allerdings auch in der Maxi-Version nicht.

Die Collagen

Ah, ich liebe Collagen. Was hat sich in 50 Jahren so alles ereignet? Viel Berliner Kram jedenfalls. Rosinenbomber, Mauerbau und Mauerfall, das Dutschke-Attentat. So sah es jedenfalls DER SPIEGEL im alten Jahrtausend.

10 Jahre später hatte man das neue Jahrtausend. Diese Collage ist aufgeräumter. Becker, Graf und Dutschke fielen raus. Knef durfte bleiben.

Diverse andere Staaten

Bei den Jubiläen anderer Staaten zeigt sich DER SPIEGEL ziemlich knauserig. Ich fand gerade einmal ein halbes Dutzend Jubiläen. Darunter zwei mal Preußen und zwei mal Amerika.

Apropos Amerika. Das wurde wirklich schon vor 1000 und inzwischen 19 Jahren entdeckt. Ich hatte mir extra nochmal den kompletten Jahrgang 1992 vorgenommen.

Christoph Kolumbus schaffte es mit seinem 500-Jahr-Jubiläum nicht ein einziges mal auf das Titelbild.

Eine doppelte Zeitreise

Die erste Zeitreise führt uns zurück ins Jahr 1969

Die Manson-Family ermordete am 9. August Sharon Tate (und im übrigen 4 weitere Menschen). 6 Tage später begann das Woodstock-Festival, welches am 18. August endete. Neun Tage, die unsere Welt veränderten, wie es DER SPIEGEL 2019 sah. Wie aber sah er diesen Zeitraum 1969?!

Na, ja. Die Größe der Ereignisse lässt sich wohl nur in der Retroperspektive erfassen.

Entweder das, oder die Pop-Kultur überhöht die damaligen Geschehnisse.

Die zweite Zeitreihe führt uns zurück in das Jahr 2019

Bei den beiden gelben Gestalten handelt es sich um Bobbi und Nick Ercoline. Sie besuchten 1969 Woodstock. Und schafften es per Zufall auf eine der berühmtesten Photografien der Zeitgeschichte. Im Gegensatz zu den berühmteren Joplin, Hendrix und Tate leben sie immer noch. Sie sind sogar noch zusammen.

SPIEGEL Titelbilder
Bobbi und Nick Ercoline

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Themenübersicht Spiegel Titelbilder

DER SPIEGEL ist eine der auflagenstärksten deutschen Wochenzeitschriften, und bei den Titelbildern legen sie sich richtig ins Zeug. Die SPIEGEL Cover schafften es sogar schon zu Ausstellungen in Museen. Für sämtliche nachfolgenden Cover liegt das copyright bei DER SPIEGEL

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