DER SPIEGEL – Jubiläen auf dem Cover

Mit SPIEGEL Cover: Jubiläumsausgaben geht die Serie in eine neue Runde.

Spiegel Titelbilder

Na, das passt ja

Der Spiegel hatte bereits auf seinem letzten Titelbild die Unsterblichkeit als Thema.

Und gleich beim nächsten Titelbild beschäftigt er sich mit einem der Unsterblichen der Musikgeschichte. Ludwig van Beethoven wäre im Dezember dieses Jahres 250 Jahre alt geworden. Oder, wie der Spiegel es ohne Konjunktiv formuliert, wird 250.

Der begeisterte Untertitel des Spiegel lautet:

Warum alle Welt ihn bis heute vergöttert

Tja, alle Welt ist wirklich eine beeindruckende Gesamtheit. Das schließt sogar ein kleines gallisches Dorf mit ein. Aber keine Ahnung, warum ihn alle Welt vergöttert. Das tue ich nicht.

Und DER SPIEGEL tat es auf einem früheren Titelbild auch noch nicht. Das werden wir im letzten Kapitel dieses Beitrags sehen. Beethovens brachte es zu seinem 200. Geburtstag 1970 nämlich schon mal auf das Cover des SPIEGELS.

Vergöttert ihr Beethoven?

So jedenfalls wird ein Jubiläum in der aktuellen Ausgabe des SPIEGEL dargestellt. Wie aber präsentierte DER SPIEGEL das in früheren Ausgaben seit 1970?

SPIEGEL Cover eine runde Sache: Der Rückblick – Heute mit

DER SPIEGEL
Vive la révolution
Staaten und ihre Jubiläen
Und wir verleihen wieder einen Twin Award!

DER SPIEGEL

Sonderlich eitel ist der SPIEGEL nicht. Sie stellen sich selbst bei gerade 4 Ausgaben in den Mittelpunkt. Das macht seit 1970 weniger als 2 Promille aller Ausgaben.

1962 veröffentlichte DER SPIEGEL einen Artikel, der durch einen analogen Wikileaks-Vorläufer zustande kam. Das Fazit lautete, NATO und Bundeswehr taugen keinen Schuss Pulver. 

Das gefiel Franz Josef Strauß überhaupt nicht. Der hatte damals den Posten des Verteidigungsministers inne. Schon seit einer geraumen Weile nervte ihn DER SPIEGEL, und jetzt sah er eine gute Gelegenheit. Der Tag der Abrechnung war gekommen. Als Türöffner hatte er eine, wie er fand, berechtigte Frage. „Wer war die Informantensau?!“Die Polizei durchsuchte Redaktionsräume, Mitarbeiter wurden verhaftet. Inzwischen ist die Geschichte auch verfilmt.  

Vive la révolution

Hier passt das gute alte Zitat von Ambrose Bierce:

Revolution ist ein plötzlicher Wechsel in der Form der Missregierung

Etwas handfester drückt es der Mann mit Hut aus:

Revolution ist eine Meinung, die auf Bajonette trifft.

Das wird, leider Gottes, nicht das letzte Mal gewesen sein, dass Napoleon markante Worte fand.

Staaten und ihre Jubiläen

Deutschland

Nicht lustig. Das erste Jubiläum behandelt den Sieg der Germanen über das Römische Reich.

Das zweite Jubiläum dreht sich um den Untergang des Römischen Reiches Deutscher Nation. Um 1800 wackelte es bereits bedenklich. Dann, 1806, kam Napoleon und rüttelte einmal heftig.

Törichter ist kein anderes Volk auf Erden. Keine Lüge kann grob genug ersonnen werden: die Deutschen glauben sie.

Das Original-Zitat ging noch länger. Nettere Worte fand Napoleon allerdings auch in der Maxi-Version nicht.

Die Collagen

Ah, ich liebe Collagen. Was hat sich in 50 Jahren so alles ereignet? Viel Berliner Kram jedenfalls. Rosinenbomber, Mauerbau und Mauerfall, das Dutschke-Attentat. So sah es jedenfalls DER SPIEGEL im alten Jahrtausend.

10 Jahre später hatte man das neue Jahrtausend. Diese Collage ist aufgeräumter. Becker, Graf und Dutschke fielen raus. Knef durfte bleiben.

Diverse andere Staaten

Bei den Jubiläen anderer Staaten zeigt sich DER SPIEGEL ziemlich knauserig. Ich fand gerade einmal ein halbes Dutzend Jubiläen. Darunter zweimal Preußen und zweimal Amerika.

Apropos Amerika. Das wurde wirklich schon vor 1000 und inzwischen 19 Jahren entdeckt. Ich hatte mir extra nochmal den kompletten Jahrgang 1992 vorgenommen.

Christoph Kolumbus schaffte es mit seinem 500-Jahr-Jubiläum nicht ein einziges mal auf das Titelbild.

…and the twin award goes to…

Spiegel Cover

Alles Ansichtssache

Tja. Vor 50 Jahren, zu Beethovens 200. Geburtstag, fand der Spiegel keinen so wohlwollenden Blickwinkel.

Abschied vom Mythos

Lautete der Untertitel. Beethoven sei ein Narzisst gewesen. Ein eitler Geck, von Komplexen geplagt, ohne Glück bei den Frauen, vielleicht sogar ein uneingestandener Homosexueller.

Ach, ja. Und launenhafte Diva untertreibt es noch.

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Themenübersicht Spiegel Titelbilder

DER SPIEGEL ist eine der auflagenstärksten deutschen Wochenzeitschriften, und bei den Titelbildern legen sie sich richtig ins Zeug. Die SPIEGEL Cover schafften es sogar schon zu Ausstellungen in Museen. Für sämtliche nachfolgenden Cover liegt das copyright bei DER SPIEGEL

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