Wahn und Wirklichkeit bei Verspätungen der Deutschen Bahn

Als ich am Dienstag am Bahnsteig stand, wusste ich es noch nicht. Aber ich würde im Wettstreit um Pünktlichkeit eine schwere Niederlage gegen die Deutsche Bahn einstecken müssen.

Verspätungen der Deutschen Bahn

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In Frührente mit Anfang 30?

Frührente mit
Und so sah der charismatischere der beiden Typen aus. Wie Peter Coyote! Nur ungepflegter.

Ich saß auf dem Weg zur Arbeit frustriert in der S-Bahn.

Es war der erste Tag nach dem Wochenende. Vor mir lagen also 6 Schichten, bevor die Lage sich überhaupt nur wieder bessern konnte. Der nächste Urlaub wird erst im März stattfinden. Und die Frührente mit 63 wabert als verheißungsvolle Fata Morgana in der Ferne.

Als sich die zwei Typen zu mir in die Sitzgruppe setzten, hatte ich leider Kopfhörer auf. Mit relativ hoher Lautstärke las der Sprecher ein Hörbuch vor. Man kann in der S9 nach Wiesbaden natürlich auch netter zu seinen Ohren sein. Kann die Lautstärke runter regulieren. Nur degeneriert das Hörbuch dann zu einem Rätselheft. Metallisches Schreien, wenn Räder und Gleis im falschen Winkel aufeinandertreffen. Lautes Piepsen, sobald Türen öffnen. Lautes Piepsen, sobald Türen schließen. Laute Durchsagen auf Deutsch, welche Station als nächstes kommt. Laute Durchsagen auf Englisch, welche  Station als nächstes kommt. Laute Durchsagen auf Deutsch, welche Station als nächstes kommt, und auf welcher Seite sich der Ausstieg befindet. Laute Durchsagen auf Englisch, welche Station als nächstes kommt, und auf welcher Seite sich der Ausstieg befindet.

Und das Ganze noch 15 Jahre bis zur Frührente mit 63.

Der charismatischere der zwei Typen führte die Unterhaltung praktisch im Alleingang. Er mochte um die 30 sein. Ein großer schlanker Mann. Entfernt hatte er eine Ähnlichkeit mit dem jungen Peter Coyote. Mit einem jungen unrasierten Peter Coyote samt leichter Augenringe. Es war wohl ein langer Abend gestern. Der Unscheinbare begnügte sich mit der Rolle des Stichwortgebers.

Offenbar war Peter Coyote dabei Lehrer zu werden. Er erzählte dem Unscheinbaren jedenfalls etwas über eine Klasse, Mathe-Arbeiten und Geografie.

Und irgendwas passte da nicht. 

Peter erzählte die Geschichte in einem halb lamentierenden, halb aggressiven Ton. Nicht einmal annähernd besaß ich die Vorstellungskraft, wie der Typ mit der Nummer vor einer Schulklasse bestehen konnte.

Nach einer Weile wechselte er das Thema. Nun ging es um die Party vom Samstag. „Hey, die Bitch hat mich so angekotzt, ich hätte ihr am liebsten in die Fresse geschlagen.“

Das war der Moment, in dem ich unauffällig die Pausentaste drückte. Offensichtlich lief das bessere Hörbuch nämlich nicht auf meinem Smartphone.

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Die Tapete

Neulich saß ich in der S-Bahn. Ich konnte mich nur mühsam motivieren zur Arbeit zu fahren, als zwei Hippie-Typen an mir vorbeischlenderten. Sie waren nicht alt, vielleicht Anfang 30. 

Wahre Worte
Bildquelle pixabay Fotograf Free-Photos

Der eine trank aus einer Eintracht-Dose Äppler. Der andere hielt eine Bier-Dose. Sonderlich eilig hatten sie es offensichtlich nicht. Sie strahlten eine Ruhe aus, um die sie viele beneiden können. 

„Verstehe ich nicht.“ meinte der erste. „Hast du mal raus geschaut?“ Das konnte man beruhigt als rhetorische Frage einstufen. Wir fuhren über freies Gelände. Regen prasselte gegen die Scheiben. Und der Wolkenfront nach, würde er noch eine ganze Weile so weitermachen.

„Warum machst du bei so einem Wetter krank?“

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