Amazon: Im Kielwasser des Riesen

Amazon hat schon viele Einzelhändler in das Tal der Tränen getrieben. Manche gingen soweit in Protestaktionen ihre Schaufenster zu verhüllen.

Meinungslos ist nicht: Der lousy loser zeigt klare Kante

Slogans wie „Ohne Einzelhändler keine persönliche Beratung“ und „Wer soll denn ohne uns denn Notdienst übernehmen?“ stachen den Passanten nun ins Auge. Die Geschäftsinhaber hatten aus Verzweiflung eine Christo-mäßige Verhüllungsaktion kreiert.

Und welche Meinung haben Analysten zu Amazon?

Analysten sehen das entspannter und nüchterner. Solange sie möglichst viele Amazon-Aktien in ihrem persönlichen Depot haben, gibt es keinen Grund in Sorgen zu verfallen.

Trotzdem kann man ja mal einen genaueren prüfenden Blick auf die Angelegenheit werfen. Die Jungs von der Bespoke Investment Group entwarfen also einen Index aus Aktien von Einzelhändlern. So einen gibt es schon seit Langem. Wer das wirklich für eine gute Idee hält, kann sogar den entsprechenden Index-Fonds kaufen  (WKN: A0MYDV)

Den Jungs von der BIG schien die einfache Retail-Unterteilung allerdings wohl zu grob. Vielleicht hatten sie auch nur zu wenig zu tun. Jedenfalls schafften sie sich einen eigenen Index. Alleine der Name macht was her. Death by amazon. Wer da reinkommt, muss echt die Kacke an der Backe haben. Kaum online Präsenz, abhängig von bestimmten Marken und natürlich wird der Hauptumsatz in Geschäften vor Ort generiert. (Quelle: dieser Link )

Wegen dem martialischen Namen schafft es der Index immer mal wieder in die Nachrichten. Zuletzt vor zwei Tagen. Zum Beispiel bei der Aktionär Der death by amazon Index habe schlecht abgeschnitten gegenüber dem S&P 1500. Und der S&P 1500 hinke wahnsinnig weit hinter Amazon selbst her. So deren Zusammenfassung.

Bleib locker. Das Gegenteil ist auch richtig

Natürlich stimmt das. Aber wie haben sich die Aktien denn nun konkret entwickelt?

Ach, schauen wir uns doch einfach den Chart an.

Bei der Überflieger-Linie handelt es sich selbstverständlich um Amazon. In der Mitte macht es sich der S&P gemütlich Und abgeschlagen hinkt unten der death by amazon index nach

Die Linke Spalte sind Prozentangaben. Als der Index im Frühjahr 2012 entwickelt worden war, starteten also alle drei bei 100 Prozent.

3 Jahre später (siehe schwarzer Pfeil) ließ sich zwischenzeitlich nicht mehr behaupten, es habe sich die Spreu vom Weizen getrennt. Alles lag nahe bei 160 Prozent. Inzwischen hat sich der Wert der Amazon Aktie vervierfacht. Der S&P blieb bei seinen 60 Prozent Wertzuwachs. Währenddessen fiel der Death-Index auf 140 zurück.

Und?

Kam Eure Geldanlage in den letzten 4-5 Jahren auch auf 40 Prozent Wertzuwachs?

markus

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markus