Die Grundrente: Heil versus Heinlein

Heils Grundrente
Hubertus Heil Bildquelle Wikipedia

Manchmal muss man Grundsätze auch neu denken, um frischen Wind in ein Thema zu bekommen. Arbeitsminister Heil ist so ein Mann. Bis vor ein paar Jahren galt noch ein ehernes Prinzip bei der gesetzlichen Rente. Deine Rente entwickelt sich entsprechend Deinen Einzahlungen. Erarbeitete jemand nur die Hälfte Deiner Entgeltpunkte, bekam er auch nur die Hälfte Deiner Rente. Deine Leistung muss sich auch lohnen

Nun dreht der Arbeitsminister den Spieß um.

Heils Grundrente besticht durch ihre Großzügigkeit. Drei bis vier Millionen Geringverdiener sollen mehr Rente überwiesen bekommen. Im Extremfall können das auch schon mal 447 Euro monatlich mehr sein. Auch die Leistung der Geringverdiener muss sich lohnen!

„Sehr viele Menschen, die ihr Leben lang gearbeitet haben, landen wegen ihrer niedrigen Löhne als Rentner in der Grundsicherung. Das will ich ändern“, erklärte Hubertus der Bild. „Jemand, der Jahrzehnte lang hart gearbeitet hat, hat das Recht, deutlich mehr zu bekommen als jemand, der nicht gearbeitet hat.“

R – E – S – P – E – C – T

Dann nach einer kleinen Kunstpause kommt er zur Schlusspointe“Das ist eine Frage des Respekts vor Lebensleistung.“

Und? Was hält Robert A. Heinlein von Heils Grundrente? 

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SAP sei Dank! In Frührente mit 55

Eine Frage, zwei Antworten…

Wie gehen wir mit der Überalterung der Gesellschaft um?

Rente mit 55
die Rentenkommission „Verlässlicher Generationenvertrag“ Bildquelle BMAS

Lassen wir der Rentenkommission „Verlässlicher Generationenvertrag“ (die heißt wirklich so) das erste Wort.

In Berlin hat dieser Arbeitskreis noch bis 2020 Zeit an der Antwort zu feilen. Wie die Spatzen von den Dächern pfeifen, sehen sie die Sache so:

Frührente mit 55
Bildquelle Wikipedia

Deutschland überaltert.

Der längste Balken, auf den der böse rote Pfeil zeigt, markiert die Alterskohorte der 50-54-jährigen. Das Diagramm bezieht sich auf das Jahr 2017. Schlagen wir also nochmal 2 Jahre obendrauf. Dann deutet der Pfeil auf die Gruppe der jetzt 52-56-Jährigen.

Die Generation der Babyboomer, so eine Art VW-Käfer der deutschen Solidargemeinschaft, wird also in ca. 10 Jahren massiv in die Rente strömen. Je nach persönlicher Neigung und Vorsorge der eine früher, der andere später. Wer soll denn da die ganze Arbeit machen? 

Die Antwort der Rentenkommission lautet natürlich: Die Alten. Auf deren Expertise und Erfahrung lässt sich nicht verzichten. Wir werden um eine maßvolle Erhöhung des Renteneintrittsalters von, na, sagen wir ein, bis zwei Jahren nicht drum rum kommen. 

Und? Was meint die Softwareschmiede SAP dazu? Müssen wir etwa bis 70 arbeiten?

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Prozess Ping-Pong: Der unaufgeklärte Organspender

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Ein guter Start in den Beitrag ist wohl das bekannteste Zitat von Immanuel Kant:

Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus der selbst verschuldeten Unmündigkeit.

2010 gab sich der damals 45-jährige Ralf Zietz einen Ruck.

Er hatte zuvor das Leid seiner Frau über Jahre hinweg angesehen. Und mitgelitten. Dann hielt er es nicht mehr aus. Seine Frau sollte nicht mehr regelmäßig zur Dialyse. Zietz wollte ihr ein besseres Leben ermöglichen. Und wenn das bedeutete, dass er eine seiner beiden Nieren spenden musste, nun, dann war das halt so. Sie hatten geheiratet. Also würde er zu ihr stehen. In guten wie in schlechten Zeiten.

Das war eine riskante Entscheidung, die unseren vollen Respekt verdient.

Bevor es jedoch in die Operation ging, musste zuvor das Aufklärungsgespräch hinter sich gebracht werden. Man führte Zietz in einen Raum mit einem Tisch und drei Stühlen.

In einer Krankenhausserie

In einer Krankenhausserie hätten sich die Chirurgen alle Zeit der Welt genommen. Hätten ihn vollumfassend aufgeklärt, und er wüsste danach über sämtliche Risiken Bescheid.

In der Realität 

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