Ein halber Beitrag zur Vermögenssteuer

Was ist die Vermögenssteuer?

Die Vermögenssteuer ist ein Zombie, der sich seit zwanzig Jahren nicht mehr bewegt hat.

Vermögenssteuer
Kloster Eberbach: In der Film Kulisse löste Sean Connery die Mordfälle aus DER NAME DER ROSE. Aber was hat das mit der Vermögenssteuer zu tun? Erfahrt die Antwort am Ende des Beitrags Bildquelle Pixabay Fotograf Tascalo

Damals betrug die Vermögenssteuer 1 Prozent auf alles über einem Vermögen von 120.000 DM. Das generierte Erträge für die Bundesländer von umgerechnet knapp 5 Milliarden Euro pro Jahr.

Klingt großartig! Und warum haben sie von dem Knochen abgelassen?

Sie mussten. Das Bundesverfassungsverfassungsgericht erklärte, Immobilien dürften nicht besser gestellt werden. Wie aber Vermögen und Immobilien unter einen Hut bringen? Das wissen sie nicht. Und deshalb macht die Vermögenssteuer bis heute einen Dornröschen-Schlaf.

5 Milliarden pro Jahr… Was könnte man damit alles anfangen?

Viel. Vor allen Dingen, weil inzwischen zwanzig Jahre lang Wasser den Main runtergeflossen ist. Das Geldvermögen der Deutschen betrug damals 3,5 Billionen Euro. Wir haben nun aber 2 Billionen noch obendrauf gepackt. 7 Milliarden Erträge aus der Steuer pro Jahr ist ein realistischerer Wert.

Und investieren lässt es sich in die üblichen Verdächtigen: Infastruktur, Pflege, Bildung. Eine Erhöhung einzelner Landesetats ist nie ein Fehler. Und gerade in Zeiten von Nullzinsen stellt eine Vermögenssteuer eine gute Salamischeiben-Taktik dar, um Ungleichheit zu reduzieren.

Sounds like heaven! Honey, what are we waiting for?!

Das dachte sich auch Brigitte Zypries-

Leitet die nicht das Wirtschafts-und Energieministerium?

Ja.

Liegt die Zuständigkeit bei der Vermögenssteuer nicht beim Finanzminister?

Ja. Aber egal. Die Vermögenssteuer ist ihr ein Herzensanliegen. Und sie hätte die Studie zur Wiederaufnahme der Vermögenssteuer auch dann in Auftrag gegeben, wenn sie Forschungsministerin gewesen wäre.

Und was kam bei der Studie zur Wiederaufnahme der Vermögenssteuer heraus?

Sie verursacht insgesamt gesehen einfach nur Kosten.

Verwaltungskosten. Der bürokratische Ablauf muss ja irgendwie gedeichselt werden. Ausweicheffekte. Nicht jeder Vermögende steht so sehr auf Deutschland, als das er seinem Steuerdomizil ewige Nibelungentreue schwören würde. Indirekte Kosten. Geld, das an Finanzamt überwiesen wurde, findet in geringerem Maße seinen Weg in den Konsum als Steuern. Die Summe aller Kosten wäre größer als die Erträge

Geht das auch genauer?

Nein. Sobald Zypries spitz bekam, dass die Studie aus dem Ruder lief, stoppte sie das Projekt.

Das erinnert mich an der Name der Rose.

Hä?

Ja. Zypries macht den bösen Bibliothekar. Der glaubte das zweite Buch der Poetik widerspräche der kirchlichen Doktrin. Also durfte es auch keiner lesen. 

Und deshalb endet der Beitrag auch an der Stelle.

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