krankschreiben: Jeder ist seines Glückes Schmied

Bleib locker: Das Gegenteil ist auch richtig.

Unter dem Schlagwort poste ich die schönsten Wendepunkte und Widersprüche, die mir so über den Weg laufen.

Vor ein paar Wochen kam mir ein Kollege entgegen. Wir arbeiten in einer großen Firma. Es lag bereits eine Weile zurück, als wir uns das letzte mal gesehen hatten. Damals hatte ihn die Langeweile unserer alten Abteilung angeödet. Kaum einer ist mit dem Herzen dabei. Die meisten aber arrangieren sich damit.

krankschreiben
Ab und an braucht jeder mal eine Auszeit Bildquelle Pixabay/ Fotograf Unsplash

Besser den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach.

So denke auch ich, während die Unterforderung an uns nagt und uns langsam mürbe macht. Er aber hatte sein Schicksal in die eigenen Hände genommen. Er hatte sich auf einen fordernden Posten in einem anderen Bereich beworben. Und war genommen worden.

Kollegen hatten berichtet, wie gut ihm der Wechsel getan hatte. „Der ist richtig aufgeblüht.“ „Der läuft jetzt viel dynamischer durch die Gegend.“ Das hatte nach einem Volltreffer geklungen.

Seine Bewegungen hatten nun jedoch etwas gehetztes, unruhiges. Immer wieder irrte sein Blick zuckend woanders hin. Er machte alles in allem einen gestressten überforderten Eindruck.

„Wie geht es dir?“ fragte ich. Manchmal funktioniert die Frage. Manchmal nicht. Diesmal rannte ich offene Türen ein.

Er ließ sich lang und breit über seine neue Abteilung aus. Stillstand ist natürlich schlecht. Sich mutig ein Herz zu fassen und stur in die falsche Richtung zu stampfen aber schlechter. Das war ihm leider Gottes widerfahren. Eine Zeitlang war es gut im neuen Bereich gelaufen. Er hatte den Eindruck gehabt mit den neuen Aufgaben zu wachsen. Dann wuchs er leider nicht mehr. Die Arbeit hatte jedoch weiterhin zugenommen.

Krankschreiben? Was ist das? wie geht das?

„Hast du schon mal daran gedacht, dich krankschreiben zu lassen? Manchmal braucht man einfach eine Pause.“ hakte ich vorsichtig nach.

„Ne, mein Arzt ist kein Krankschreiber. Krankschreiben ging bei ihm überhaupt nur ein einziges mal.“ erwiderte er.

 

Ich musste verblüfft schweigen. Das war erschütternd. Wir hatten ungefähr zum gleichen Zeitpunkt in der Firma angefangen. Also vor etwas mehr als 12 Jahren. Ich versuchte mir zwölf Jahre ohne Krankmeldungen vorzustellen. Schaffte es aber nicht wirklich. Szenen aus twelve years a slave, Papillon, Flucht aus Alcatraz, Midnight Express irrlichterten mir kurz durch die Birne.  „Wie lange warst du denn damals krankgeschrieben?“

„Drei oder vier Tage.“

 

Eine Woche später betrat ich eine bestimmte Arztpraxis. Ich gab meine Versichertenkarte bei der Arzthelferin ab. Dann setzte ich mich in das Wartezimmer und wartete. Etwa alle zwei bis drei Minuten rief sie einen neuen Patienten zu sich. Das passierte ein paar mal, bis ich dran war.

„Um was geht es?“

„Ich habe Beschwerden im Rücken und wollte fragen, ob es möglich ist, dass sie mich für ein paar Tage krankschreiben?“

Sie nickte. „Wie lange soll ich sie krankschreiben?“

„Bis zum Ende der Woche wäre eine Wolke.“

Sie nickte erneut. „Das geht in Ordnung.“ Anschließend druckte sie die Krankmeldung aus, hämmerte in das Feld Vertragsarztstempel/ Unterschrift des Arztes einen Stempel und versah das Ganze mit einer Hieroglyphe, die dann wohl die Unterschrift des Arztes sein sollte.  

Beim Googeln habe ich übrigens diese wunderschöne Seite zu dem Thema krankschreiben gefunden.

 

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