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Wie gut schneidet die deutsche gesetzliche Rente in der EU ab?

Ein Bild aus der guten alten Zeit?

Mit der Rente ist es wie mit den meisten anderen Dingen auch.

Es gibt gute gesetzliche Rentensysteme und, nun, ja, weniger gute. Wir sehen uns heute die deutsche gesetzliche Rente im europäischen Vergleich an.

Vier wichtige Faktoren

4 maßgebliche Einflussgrößen habe ich uns rausgesucht:

Die am Ende zu einer Gesamtwertung zusammengekleistert werden.

Schauen wir mal. Vielleicht jammern wir ja nur auf hohem Niveau.

Das Renteneintrittsalter

Das Renteneintrittsalter liegt 2019 in Deutschland bei 65 Jahre und 8 Monate. Alle nachfolgenden Diagramme wurden aber aus Daten der guten alten Zeit von 2017 erstellt. 2017 ist nämlich das aktuellste Jahr für das bei Renteneintrittsalter/Durchschnittsalter/Steuern&Abgaben/Rentenhöhe Werte vorlagen.

Deshalb steht Deutschland in der Übersicht auch noch einen Tick besser da.

Der große, böse schwarze Pfeil zeigt auf Deutschland
Den ersten Platz

belegen hier die Slowenen. Sie können bereits mit 58,5 Jahren in Rente. Dicht verfolgt von…

Silber und Bronze

…den Belgiern und den Luxemburgern. Die lassen mit 60 Jahren den Bleistift fallen.

Die rote Laterne

geht an Deutschland. 2017 lag unser Renteneintrittsalter bei 66,5 Jahren (Inzwischen plus 3 Bonusmonate aus den Jahren 2018/2019). Das ist jetzt natürlich nicht so schön. Aber es gibt ja noch 3 weitere Faktoren.

Bestimmt holen wir da gewaltig auf!

Das Durchschnittsalter

Der große, böse schwarze Pfeil zeigt auf Deutschland

Na, ja. Vielleicht auch nicht.

Man wird alt und taugt nichts mehr

Da kann die Politik noch so viel die Erfahrung und Expertise älterer Mitarbeiter loben. Alles in Allem läuft es auf eine einfache harte Wahrheit hinaus. Nur neue Besen kehren gut.

Unter der Prämisse verkehrt sich die Bewertung des Durchschnittsalters in ihr Gegenteil. Hut ab vor den Regierungen, die ihrer Bevölkerung auch bei hohem mittlerem Alter noch ein üppiges Rentensystem leisten.

Der erste Platz

geht wieder an die Slowenen. Als 5. älteste Bevölkerung leisten sie sich auch noch den frühesten Ausstieg aus dem Arbeitsleben. RESPEKT!

Silber und Bronze

Der zweite Platz geht an Italien. Mit uns Deutschen haben sie das höchste Durchschnittsalter gemein, gehen aber bereits mit 62,25 Jahren in Rente. Auch nicht schlecht.

Platz 3 ergattern die Griechen. Mit 44,2 Jahren sind sie ebenfalls nicht mehr die Jüngsten. Sie gehen mit 62 Jahren in die Rente. Zumindest noch. Das gesetzliche Renteneintrittsalter soll bis 2050 auf 69 steil ansteigen.

War das nicht auch das Jahr, in dem sie die Rettungspakete zurückzahlen wollen?

Die rote Laterne

bekommen die Iren. Du meine Güte! Die Iren haben das mit Abstand jüngste Durchschnittsalter. Gehen aber mit 66 Jahren fast als letztes in Rente. Was sagt man dazu? Sehr zukunftssicher, die Nummer?

Die Steuer- und Abgabenlast

Der große, böse schwarze Pfeil zeigt immer noch auf Deutschland

Verschiebebahnhof

Man könnte natürlich an der Stelle auch den reinen Beitragsatz zur Rentenversicherung nehmen.

Doch das würde bei uns Deutschen definitiv zu kurz greifen. Der aus Steuern finanzierte Bundeszuschuss zur gesetzliche Rente beträgt mittlerweile mehr als ein Drittel der Einnahmen der gesetzlichen Rentenversicherung. (und summiert sich aus dem allgemeinem Bundeszuschuss, dem Zusatzbundeszuschuss und einem separaten zusätzlichen Bundeszuschuss zusammen) Da ist also ein gigantischer Verschiebebahnhof entstanden.

Der erste Platz

Da sieht man mal. Man muss nur lange genug warten. Dann relativiert sich vieles von allein. Für den vergleichsweise späten Renteneintritt werden die Iren mit einer unglaublich niedrigen Steuer- und Abgabenlast belohnt. Eine Quote von 27% beschert ihnen den Spitzenplatz.

Silber und Bronze

Die Iren auf Platz 1?! Das vergällt den Briten bestimmt ihren zweiten Rang. Den ergattern sie durch eine Quote von 30,8%. Dicht auf den Fersen sind ihnen die Polen. Sie bekommen die Bronzemedaille für eine Steuern- und Abgabenquote von 35,8%

Die rote Laterne

leuchte ganz alleine für Belgien. 54%. Da kommt selbst Deutschland nicht einmal annähernd ran.

Die Höhe der Renten

Der große, böse schwarze, ach, was soll’s

Ohne Moos nix los. Das gilt leider auch in der Rente.

Hier schauen wir, wie hoch die gesetzliche Standardrente im Vergleich zum durchschnittlichen Nettoverdienst liegt.

Und das beste habe ich uns für den Schluss aufgehoben. Hier präsentiert sich Deutschland von seiner stärksten Seite! Stritten wir uns bei bei den anderen Kriterien immer um den letzten Platz, schaffen wir es bei der Höhe der Standardrenten fast bis ins hintere Mittelfeld!

Der erste Platz

geht außer Konkurrenz an Kroatien. Kroatische Rentner bekommen 29% mehr Rente als kroatische Arbeitnehmer Lohn. Ja, die ehren wirklich noch die Alten.

Obwohl vollwertiges EU-Mitglied schweigen sich die meisten Statistiken jedoch über die Kroaten aus. Kroatien taucht weder in der Übersicht der Steuern und Sozialabgaben noch des Renteneintritts auf. Ich ließ sie deshalb außen vor.

Silber und Bronze

Als nächstes taucht die Niederlande auf. Bei ihnen liegt das Standardrentenniveau genauso hoch wie das Nettoeinkommen. Portugal und Italien liegen mit gut 90 Prozent fast gleichauf.

Die rote Laterne

hält in der EU das vereinigte Königreich fest in der Hand. Ihre Standardrente liegt bei schlappen 29 Prozent.

Gesamtwertung

Der erste Platz

Bild von Shad0wfall auf Pixabay

geht an die Niederlande. Zwar können auch sie erst mit 65 Jahren in Rente. Aber eine Standardrente von 100% des durchschnittlichen Nettogehalts machte den Braten wieder fett. Sie lagen in der Rentenhöhe weit über dem Durchschnitt (der bei 69% liegt).

Und das macht auch schon den Großteil ihres Erfolges aus. Denn bei Steuern und Abgaben lagen sie nur etwas besser als der Durchschnitt (Holland 37,5%/ Durchschnitt 41,7%) Gleichfalls lässt ihr leicht höheres Durchschnittsalter das holländische Rentensystem besser dastehen. (Niederlande 42,5 Jahre /Durchschnitt 42 Jahre)

Silber

Den zweiten Platz ergattern die Portugiesen. Sie haben vergleichbare Werte wie die Holländer. Nur immer ein wenig schlechter. (Rentenalter 66 Jahre/ Standardrente 94,9%/ Steuern&Abgaben 41,5%/ Durchschnittsalter 44,4)

Bronze

Luxemburg ist der unscheinbare Dritte. (Rentenalter 60 Jahre/ Standardrente 88,4%/ Steuern&Abgaben 41,66%/ Durchschnittsalter 39,4)

Die rote Laterne

nehmen die Briten mit nach Hause. Auch bei ihnen erwies sich die Rentenhöhe (29% bezogen auf das letzte Nettogehalt) als die entscheidende Stellgröße. Aber ich sehe ein Licht am Ende des Tunnels. Spätestens mit dem Brexit werden sie die rote Laterne los sein.

Und Deutschland?

Man ist das peinlich.

Wir landen mit unserem gesetzlichen Rentensystem auf dem 19. von 21 Plätzen. Neben den Briten liegen nämlich nur noch die Polen hinter uns. Und unser bestes Blatt auf der Hand ist bei dem Vergleich ausgerechnet unser biblisches Durchschnittsalter.

Mit einer besseren Demografie am Start wäre die deutsche gesetzliche Rente nämlich wirklich grottenschlecht.

Die Quellenangaben:

markus

View Comments

  • Der Witz ist die 3,45 % Rentenerhöhung! 3,45 % von nix = Nix. Das macht sich nicht einmal bemerkbar. Arbeiten bis 67! Was ein Witz, selbst mit 50 findest Du keinen Job mehr. Bin jetzt mit 60 Arbeitslos und muss noch bis 67 durchhalten, als alleinstehende Frau heißt das, Hartz IV ab 62 Jahre, da ich Anspruch auf ALH1 für 2 Jahre habe. Ich habe 2 Kinder großgezogen, ohne Kita und Rundumbetreuung von 0 Jahre an, musste immer schön jahrelang Zuhause bleiben. Unsere Regierungen räumten die Rentenkasse leer für den Bergbau und was weiß ich nicht alles. Migratenimigration pro Asylant 800.000 EUR pro Jahr! Ich krieg nicht mal eine Weiterbildung und komme beim Arbeitsamt in die Intensivbetreuung. Aber keiner geht auf die Straße. Geld wird in Konzerne gepum pt, die ihre Umsätze nicht mal in der BRD versteuern. Danke , liebe CDU/SPD und Grüne, ihr seid absolute Versager.

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    • Hallo Karen, Danke für deinen Kommentar. Bei der Auflistung der Parteien darf jedoch die FDP nicht vergessen werden. Sie trug gerade in den 90er Jahren unter den Kohl-Kabinetten IV und V einige wirklich üble Rentenreformen mit

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  • Europa ist eine sehr geile Idee, doch was die Politik davon macht, ist das Allerletzte.
    Ungerechtigkeiten insbesondere zum Nachteil Deutschlands wo Du nur hinguckst.
    Mit der Rente war schon lange klar, dass wir die Dummen sind, aber dass es so extrem ist hätte ich nicht gedacht.
    Und der Irrsinn: Wir zahlen jetzt mit unseren Steuergeldern die Mrd. Euro Corona Hilfe, für Länder, wo die Menschen früher in Rente gehen als wir, und auch noch weniger Steuern zahlen als wir.
    So muss ich ehlich sagen, habe ich keine Lust mehr auf Europa.
    Es ist ja schon sogar so weit, dass der östereichische Bundeskanzeler die Interessen der deutschen Steuerzahler wahr nimmt, und nicht die Merkel.
    Mein Fazit bei der nächsten Wahl: eine Anti - Europa Partei wählen, ...

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    • UPDATE AHEAD

      Hallo Robin, Danke für Deinen Kommentar. Der Beitrag Wie gut schneidet die deutsche gesetzliche Rente in der EU ab hat inzwischen fast ein Jahr auf dem Buckel. Und einiges hat sich getan. Vor allen Dingen mit dem Brexit. Irgendwann im September werde ich deshalb ein Update raushauen. Dann auch mit einer zweiten Gesamtbewertung. Nämlich wie sieht der Versicherungskonzern Allianz die europäischen Rentensysteme

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    • Hallo Norbert, Danke für Deinen Kommentar!

      In Norberts Link stellt das Magazin Focus eine gewagte Prognose auf. Die Rentenkasse werde 2023 keine zinsbedingten Verluste mehr machen. Mit Prognosen ist das aber so eine Sache. Besonders, wenn sie die Zukunft betreffen. Ich fürchte, 2023 ist eine sehr optimistische Schätzung. Wie denkt Ihr darüber?

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      • Ich denke auch 2023 ist die Kriese vorbei wir haben eine andere Währung wahrscheinlich die DM.Eine veränderte Weltordnung zu Gunsten der Mittelschicht und vor allem den Rentner.

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        • Hallo Petra. Das klingt gut :) Und nach einem ziemlich spannenden Jahr 2022

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  • siehe auch u.a.:
    . . . . die Unterdeckung im Jahr 2017 nicht 1,4 Mrd €, sondern sage und schreibe 31,3 Mrd. € (12,3%) betragen habe. Sämtliche gesamtgesellschaftlich begründeten Rentenreformen wurden so gut wie ausschließlich aus den Beitragseinnahmen finanziert. ,, http://www.seniorenaufstand.de/50-millionen-dm-das-waren-einmal-peanuts-30-milliarden-e-das-ist-weniger-als-ein-staubkorn/

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  • Alle Finanzminister finanzierten und finanzieren aus den Rentenbeiträgen viele wichtige allgemeinstaaliche Aufgaben intransparent (Schattenhaushalt). So bezahlen seit dem allein die gesetzlich Sozialversicherten einen Großteil wichtige staatliche Aufgaben: (Absicherung des Arbeitsmarktrisikos durch Rentenzahlung
    Bestandsschutz für Renten in den neuen Bundesländern
    Renten für Aussiedler
    Ausgleich von NS-Unrecht
    Ausgleich von SED-Unrecht.
    Kinder Betreuungsgeld
    Familienausgleich (Kinderzeiten für vor 1921 geborene Frauen,
    Waisenrenten)
    Berücksichtigungszeiten, Kindererziehungszeiten,
    Renten für Ersatzzeiten (Kriegsdienst, Gefangenschaft)
    Integration von Vertriebenen und Aussiedlern
    Transfer in die neuen Bundesländer
    Beteiligung an Absicherung bei Arbeitslosigkeit, Renten wegen
    Arbeitsmarktlage
    Vorgezogene Renten (z. B. bei Altersteilzeit)
    Mindestrenten
    Anerkennung für Ausbildungszeiten, Höherbewertung der ersten drei Versicherungsjahre
    Ansprüche Behinderter in geschützten Einrichtungen
    Krankenversicherung der Rentner (KVdR), (die Pflegeversicherung der Rentner (PVdR) tragen die Rentner selbst)
    Zusatzabkommen mit USA, Israel, Kanada
    Rentenanteile, soweit sie in der Höhe des Barwertes der Rente bezogen auf die Lebenserwartung von der durchschnittlichen Lebenserwartung einer Mannesrente ab 65. bzw. 67. Lebensjahren abweichen
    Durchlaufende Posten, bei denen die GRV nur als Verwalter tätig ist (Knappschaftszuschüsse, DDR-Zusatzversorgung)
    Bundesmittel für die Demografische Last
    Organisations- und Gestaltungshoheit durch den Bund
    Mitfinanzierung anderer Sozialsysteme durch die GRV (Reha,
    Berufsförderung)
    Anteilige Verwaltungskosten für versicherungsfremde Leistungen,
    ganz neu die Mütterrente)
    Das lässt sich alles recherchieren, wenn man die Rentenversicherung in Zahlen, in Zeitreihen, die jährlichen Presseseminare in Würzburg und so weiter, genau verfolgt. Dies ist in diesem Vortrag genau erklärt: https://www.youtube.com/watch?v=2Bm2uHKOUb4
    Man braucht nur viel Zeit. s. auch Ulrich Reinecke/DRV, Prof.
    Winfried Schmähl, Klaus J. Klumpers-Die Enteignng der Altersrentner, etc.

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    • Hallo, Antje, Danke für diese sehr schöne Auflistung! Das meiste davon hat man zwar schon mal gehört, aber so kompakt hatte ich es noch nicht gesehen. Den Punkt

      Zusatzabkommen mit USA, Israel, Kanada

      kannte aber auch ich noch nicht. Er bezieht sich auf die Zahlbarmachung von Renten an in Kanada/Israel/und USA lebende Juden Hier nochmal der Gesetzesentwurf. Der ist nicht ganz so gedrechselt, wie das fertige Gesetz

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      • Das sind nur einige der Aufgaben, die man der GRV aufgeschultert hat. Unter Adenauer hat man eben darauf geachtet, dass die Verwalter der GRV keine Bilanzierung aller Ausgaben gesetzl. nachweisen müssen. Jeder andere Treuhänder fremder Gelder wäre schon im Knast. Gleichwohl wäre eine umlagefinanzierte gesetzl. Rentenversicherung, die alle Einkommen erfasst, wirklich solidarisch. Dann hätten wir auch eine völlig andere Rentenpolitik. Beamte haben sich allerdings nach 1948 einen extra Artikel ins GG gebastelt: Artikel 33, Absatz 5 (entgegen dem Artikel 3), wonach sie nach "hergebrachten" Grundsätzen zu alimentieren sind. Da fragt man sich welche? Die aus dem Ständestaat des 19. Jahrhunderts oder von vor 1945? Schließlich begründet doch sogar das BVerfG in einem Urteil v. 27.09.2005 2 BvR 1387/02; Hergebrachte Grundsätze des Beamtentums im Sinne des Art.33 Abs.5 GG Und verweist hier in den Abs. 86/87 (von 148) auf den § 10 des preußischen Pensionsgesetzes vom 27.3.1872. Das BVerfG hat zur Beamtenbesoldung befunden, dass fiskale Engen die Alimentationspflicht Nicht beeinträchtigen dürfen, besonders nicht die Angemessenheit!
        Die Seite von Knut Albrecht - Rentenreform-alternative ist übrigens sehr gut und informiert umfassend.

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  • Das sollte man wissen:
    Steuerzuschüsse aus dem Bundeshaushalt zur gesetzl. Rentenversicherung - Die etwa 80-100 Mrd. - der sogenannte [viel zu geringe] Bundeszuschuss - sind Ersatzleistungen, die der Bund zahlen muss [§213 SGB VI], weil der Finanzminister aus den Rentenbeiträgen allgemeinstaatliche, gesamtgesellschaftliche Aufgaben finanziert! Und weil seit 1957 jedes Jahr zu wenig an die gRV zurück erstattet werden, schuldet der Bund der gRV, also den Rentenversicherten, bis heute rund 800 Mrd. Euro!!! Der Staat bedient sich, nicht umgekehrt. Die Ausgaben der Rentenversicherung sind nicht gleich Rentenausgaben! Eine transparente alle Ausgaben bilanzierende Buchhaltung müssen die Rentenverwalter nicht nachweisen! So muss man sich nicht wundern, wenn die GRV geschwächt ist, wenn ihr permanent Mittel entzogen werden durch direkten Zugriff bisher aller Finanzminister, damit ist die Selbstverwaltungsautonomie der GRV außer Kraft, und das seit 1955, nur ein Beispiel für alle anderen Jahre: Ein paar Zahlen zur Erinnerung:
    Noch im Jahr 2005 bezifferte die Bundestagsdrucksache 16/55 die Höhe der ungedeckten versicherungsfremden Leistungen in der Rentenversicherung für das Jahr 2003, je nach Definition, auf 6 bzw. 19 Mrd. Euro.[1] Und im Jahr 2010 meinte der Präsident der Deutschen Rentenversicherung Bund H. Rische mit Blick auf den Bundeszuschuss: „Werden solche Ausgaben – wie in der gemeinsamen Abschätzung von BMGS[2] und VDR aus dem Jahre 2004 – unter der Rubrik „nicht beitragsgedeckte Leistungen“ zusammengefasst, so finanzieren die Bundeszuschüsse gegenwärtig zwar einen großen Teil davon, aber nicht deren vollen Umfang. So lautet auch das Ergebnis einer jüngsten Aktualisierung der damaligen Abschätzung.“[3] Im Jahr 2012 veröffentlichte die Deutsche Rentenversicherung eine Studie zum Thema. Danach betrugen die versicherungsfremden Leistungen im Jahr 2009 nach der Abgrenzung solcher Leistungen aus früheren Jahren 47,3 Mrd. Euro. Unter Einrechnung der Transferleistungen lag der Betrag sogar bei 70,7 Mrd. Euro. Die Bundeszuschüsse machten nur 57,3 Mrd. Euro aus.[4] Nach diesen Zahlen blieben die Beitragszahler auf 13,4 Mrd. Euro sitzen.
    [1] BT-Drucksache 16/65, S. 376.
    [2] BMGS ist die Abkürzung für das damals noch existierende Bundesministerium für Gesundheit und Soziale Sicherung.
    [3] H. Rische, Bundesvertreterversammlung der Deutschen Rentenversicherung Bund am 24. Juni 2010 in Frankfurt am Main, S. 9-10.
    [4] Deutsche Rentenversicherung Heft 1, März/April 2012, S. 3.
    Die Tatsache, dass sowohl die Politik als auch die Justiz die Offenlegung von versicherungsfremden Leistungen praktisch verhindern, zwingt die Frage auf, wer von dem Zustand profitiert. So hat zum Beispiel die Bundesregierung zuletzt am 10.11.2005 in der Bundestagsdrucksache 16/65 (S. 331) bestätigt, dass die nicht durch Bundeszahlungen ersetzten versicherungsfremden Leistungen in Renten-, Kranken- und Arbeitslosenversicherung 65 Milliarden Euro pro Jahr betragen. Das ist praktisch ein Sondersteuertopf, für den ausschließlich Beitragszahler und Rentner aufkommen. Umgekehrt heißt das, dass insbesondere Politiker, höhere Beamte und Richter erheblich davon profitieren, hierfür nicht zur Kasse gebeten zu werden.
    Siehe auch: https://www.adg-ev.de/index.php/publikationen/publikationen-altersvorsorge/1387-versicherungsfremde-leistungen-2015

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    • Hey Antje, Danke für Deinen sehr schönen Link! Ich habe mir die Freiheit genommen, ihn in Fettschrift zu setzen. Er ist aktueller, als der Link, den ich eingesetzt hatte, und listet Versicherungsfremde Leistungen sogar bis ins Jahr 2018 auf.

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      • bitte gern. Prima.
        Otto Teufel ist der Spezialist schlechthin dafür. Inzwischen leider schon recht alt und nicht mehr gesund. Aber auch andere haben das errechnet, Steuerberater z.B.
        sieh auch: https://www.youtube.com/watch?v=8mGC0bjyXSY&t=36s
        Das sagte Rudolf Dreßler auch in seiner Rede am 10. Oktober 1997, wo Blüm den bekannten Spruch: "Die Rente ist sicher" von sich gab: https://www.youtube.com/watch?v=WkMQikUrgag&t=71s

        Zu den willkürlichen (Demografie gibt es nur bei gesetzl. Rentenversicherte) Agenda-2010-Kürzungsfaktoren durch Rot-Grün (Riestertreppe etc.), sorgt auch die zunehmende Besteuerung der Renten für immer geringere Renten:
        https://altersarmut-per-gesetz.de

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  • Interessant an dem Thema ist für mich, dass die deutsche Wirtschaft und damit auch deren Arbeiter und Angestellten die europäische Gemeinschaft als Nettozahler unterstützt. Das müsste eigentlich dazu führen, dass die Arbeiter und Angestellten der unterstützten Länder im Rentenvergleich schlechter abschneiden als wir. Das Gegenteil kann doch eigentlich von unseren Politikern, die auch die Interessen unserer Arbeiter und Angestellten zu vertreten haben, nicht hingenommen werden! Aber der deutsche Michel lässt sich wieder einmal alles gefallen!

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    • Heute habe ich einen Vergleich der Renten in Europa bekommen. Wir sind Letzer in der prozentualen Bemessungsgrundlage! Traurig! Dagegen zum Beispiel Holland bei denen gibt es 106 Prozent vom Lohn! Die machen etwas richtig und wir falsch!

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      • Hallo Joachim, Danke für deinen Kommentar! Soweit ich weiß lag das Standardrentenniveau in Holland bei 100,6 %(Stand 2017) Hier nochmal der Wikipedia-Eintrag dazu. Aber vollkommen egal ob 100,6 oder 106 Prozent. Ja! Du hast recht. Sie machen was richtig und wir was falsch.

        Leider

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    • Hallo, Joachim, danke für deinen Kommentar. Ich stimme Dir voll zu!

      Allerdings vermute ich stark, unsere Politiker haben ein stärkeres Interesse daran, die europäische Solidarität zu vertreten.

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  • Interessante Darstellung - gute Arbeit. Als besonderen Faktor für das nicht so besondere Abschneiden der deutschen Rentenversicherung würde ich allerdings das Faktum der Wiedervereinigung ins Feld führen wollen: das hat wohl kein anderer Staat aus dem Vergleichsfeld zu bewältigen gehabt - etliche hunderttausend Rentenempfänger zu integrieren, für die keine müde Beitragsmark zu Buche stand.

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    • Wir hätten/Könnten auch eine Rente von ca 75 % evtl. 80 % haben, und mit 65 in die Rente gehen, wenn uns von H K bis A M nicht einen mind 2 stelli Millia € Betrag aus der Rentenkasse Entnommen/Gestohlen Hätten, und/oder wieder Eingezahlt Hätten.

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      • Hallo Johann, Danke für deinen Kommentar.

        Der Griff in die Rentenkasse ist ein interessantes Thema. Wenn ihr richtig frustriert werden wollt, empfehle ich Euch diese Seite für den Einstieg. Sie kommt auf 700 Milliarden versicherungsfremder Leistungen bis 2015

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        • Dies auch: Wer weiß heute noch, dass der Gesetzgeber 1955 im Zusammenhang mit der Umstellung der Rentenversicherung vom Kapitaldeckungs- zum Umlageverfahren die Rückzahlung seiner Schulden, die er bei den Rentenversicherungsträgern hatte, mit der Begründung verweigerte, dass der Bund ja sowieso Steuermittel zur Verfügung stellt, wenn die Beiträge zur Finanzierung der Renten nicht ausreichen sollten? Das waren immerhin etwa 14,5 Mrd. Mark, bei einem Haushaltsvolumen 1956 von etwa 30 Mrd. Mark“ (Quellen: Bundestagsdrucksache 1659, S. 67; Die Angestellten-Versicherung 1956, Heft1,S. 1).

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    • Dafür ist aber ein Solidaritätsbeitrag erhoben worden. Man hätte die Renten der Wiedervereinigung aus Steuermitteln finanzieren müssen und nicht aus der Rentenkasse. Sehr viele Sozialleistungen werden aus der Rentenkasse finanziert, so auch die Mütterrente. Dass so viele sog. arme Länder in verschiedenen Kategorien vor Deutschland liegen, ist für mich ein Indiz dafür, dass Deutschland ein sehr schlechtes System hat, welches dringend der Reform bedarf.

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      • Hallo Renate, hallo Thomas. Danke für eure Kommentare. Ja, das deutsche gesetzliche Rentensystem braucht dringend eine Reform! Leider steht zu befürchten, dass die Rentenkommission die Misere verschlimmbessern wird.

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markus
Tags: Rente