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DER SPIEGEL: Die Titelbilder zur Work-Life-Balance

Mit SPIEGEL Cover Work-Life-Balance geht die Serie in eine neue Runde.

Im Spannungsfeld von faul und fleißig

DER SPIEGEL macht sich in der aktuellen Ausgabe (mal wieder) Sorgen um einen drohenden Burnout seiner Leser. Gut, besser, Burnout lautet der wirklich pfiffige Untertitel.

Der Rückblick auf vergangene SPIEGEL Cover wird uns zeigen, dass der SPIEGEL bei dem Thema Worklife-Balance keinesfalls klare Kante fährt. Nichtstun lässt sich sowohl als Regeneration als auch als pure Faulheit deklarieren.

Wie also präsentierte DER SPIEGEL die Work-Life-Balance in früheren Ausgaben seit 1970?

SPIEGEL Cover Work-Life-Balance: Der Rückblick – Heute mit…

I’m living in a box!
Zuviel Freizeit?
Zuwenig Freizeit?
Work-Life-Balance ist keine Einbahnstraße!
Wie sah eigentlich das SPIEGEL Cover vor genau einem Jahr aus?
Zu schlechter Letzt

I’m living in a box!

Okay. Die ersten drei Boxen haben es natürlich wegen ihrem Burnout Bezug in die Galerie geschafft. Was aber hat die Fußballnationalmannschaft von 1986 hier zu suchen?

Na, schaut euch das aktuelle SPIEGEL Titelbild noch mal genau an.

Und wenn Ihr jetzt Euren nostalgischen bekommen habt, hier gibt es auf YouTube das Orginalvideo aus den 80ern.

Zuviel Freizeit?

Das erste Titelbild (der Freizeitpark Deutschland) datiert aus dem Jahr 1972. Damals regierte eine SPD/FDP-Koalition und ihr Arbeitsminister verteilte soziale Wohltaten mit der Gießkanne.

Den Schwerpunkt dieser Galerie bildet aber natürlich der Arbeitskampf der IG-Metall. Die 35-Stunden-Woche forderte die IG-Metall 1984. Es folgten ein langwieriger erbitterter Arbeitskampf und erste Kompromisse. Erst 1995 war es schließlich soweit. Die Metaller bekamen ihre 35 Stunden Woche. (Und für eine bessere Work-Life-Balance sorgten später auch die Interessensvertreter der Arbeiter in der Stahl-, Elektro-, Druck- sowie holz- und papierverarbeitenden Industrie. Hier gilt gleichfalls die 35 Stunden-Woche)

Zuwenig Freizeit?

Tja.

Ein Trend ist ein Trend ist ein Trend

Da führt leider kein Weg dran vorbei. Während der ersten Galerie Mitte der 80er Jahre die Titelbilder ausgingen, setzte dort nahtlos die zweite Galerie an. DER SPIEGEL erklärte uns sogar, warum wir wieder mehr arbeiten müssen. Dabei zeigte sich übrigens seine miesepetrige Seite. Betrachtet man heute diese SPIEGEL Cover, könnte man meinen, die IG-Metall setzte damals eine übellaunige Sonne als Logo ein. Nein, die war in Wirklichkeit ein früher Smiley. DER SPIEGEL drehte ihr nur, wann immer ihm danach war, die Mundwinkel nach unten.

Work-Life-Balance ist keine Einbahnstraße!

Was DER SPIEGEL auf beklagt, ist das Eindringen der Arbeit in die Freizeit wie eine kaum zu bekämpfende Pilz-Kultur. Der alte Begriff Work-Life-Balance ist hier immer noch nicht schlecht. Man spricht in dem Fall aber auch von etwas, was sich Work-Life-Blending nennt.

Wenn aber die Arbeit die Freizeit unterwandert, ist es nur unser gutes Recht den Spieß um zu drehen:

Wie sah eigentlich das SPIEGEL Cover vor genau einem Jahr aus?

2/2019
Besser warm anziehen

So wurde das (fragile) Gleichgewicht zwischen Arbeit und Freizeit vor genau einem Jahr dargestellt. Das neue Berufslebenzwischen Freiheit und Selbstausbeutung lautet der Untertitel. Eine schnelle Bildanalyse ergab jedoch noch einen geheimen Subtext:

Das neue BerufslebenZieht Euch besser warm an

Zu schlechter Letzt

Natürlich kann die Work-Life-Balance auch Extremwerte annehmen.

Schön, wenn man sich auf der richtigen Seite befindet!

Habe ich vielleicht ein thematisch passendes SPIEGEL Titelbild übersehen? Kennt ihr noch weitere? Nur zu! Schreibt mir!

Und hier geht es zur Hauptseite:

Themenübersicht Spiegel Titelbilder

DER SPIEGEL ist eine der auflagenstärksten deutschen Wochenzeitschriften, und bei den Titelbildern legen sie sich richtig ins Zeug. Die SPIEGEL Cover schafften es sogar schon zu Ausstellungen in Museen. Für sämtliche Cover liegt das copyright bei DER SPIEGEL

markus

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markus