DER SPIEGEL: Die Titelbilder zur Work-Life-Balance

Mit SPIEGEL Cover Work-Life-Balance geht die Serie in eine neue Runde.

Work-Life-Balance
2/2019
Besser warm anziehen

So wird das (fragile) Gleichgewicht zwischen Arbeit und Freizeit in der aktuellen Ausgabe des SPIEGEL dargestellt. Das neue Berufsleben-zwischen Freiheit und Selbstausbeutung lautet der Untertitel. Eine schnelle Bildanalyse ergab jedoch noch einen geheimen Subtext:

Das neue Berufsleben-Zieht Euch besser warm an

Wie aber präsentierte DER SPIEGEL die Work-Life-Balance in früheren Ausgaben seit 1970?

SPIEGEL Cover Work-Life-Balance: Der Rückblick – Heute mit…

  • Zuviel Freizeit?
  • Zuwenig Freizeit?
  • Des Roboters langer Arm
  • Work-Life-Balance ist keine Einbahnstraße!
  • Ich bin dann mal weg?
  • Zu schlechter Letzt

Zuviel Freizeit?

Das erste Titelbild (der Freizeitpark Deutschland) datiert aus dem Jahr 1972. Damals regierte eine SPD/FDP-Koalition und ihr Arbeitsminister verteilte soziale Wohltaten mit der Gießkanne.

Den Schwerpunkt dieser Galerie bildet aber natürlich der Arbeitskampf der IG-Metall. Die 35-Stunden-Woche forderte die IG-Metall 1984. Es folgten ein langwieriger erbitterter Arbeitskampf und erste Kompromisse. Erst 1995 war es schließlich soweit. Die Metaller bekamen ihre 35 Stunden Woche. (Und für eine bessere Work-Life-Balance sorgten später auch die Interessensvertreter der Arbeiter in der Stahl-, Elektro-, Druck- sowie holz- und papierverarbeitenden Industrie. Hier gilt gleichfalls die 35 Stunden-Woche) 

Zuwenig Freizeit?

Tja.

Ein Trend ist ein Trend ist ein Trend

Da führt leider kein Weg dran vorbei. Während der ersten Galerie Mitte der 80er Jahre die Titelbilder ausgingen, setzte dort nahtlos die zweite Galerie an. DER SPIEGEL erklärte uns sogar, warum wir wieder mehr arbeiten müssen. Dabei zeigte sich übrigens seine miesepetrige Seite. Betrachtet man heute diese SPIEGEL Cover, könnte man meinen, die IG-Metall setzte damals eine übellaunige Sonne als Logo ein. Nein, die war in Wirklichkeit ein früher Smiley. DER SPIEGEL drehte ihr nur, wann immer ihm danach war, die Mundwinkel nach unten. 

Des Roboters langer Arm

3 Jahrzehnte können einen großen Unterschied machen.

1988 griff der Roboterarm massiv in die Work-Life-Balance von Familien ein. Der Vater musste sich plötzlich am Wochenende um dumme Roboter kümmern.

2016 sah es so aus, als nähmen schlaue Roboter Vätern den Arbeitsplatz weg.

Work-Life-Balance ist keine Einbahnstraße!

Was DER SPIEGEL auf seinem aktuellem Cover beklagt, ist das Eindringen der Arbeit in die Freizeit wie eine kaum zu bekämpfende Pilz-Kultur. Der alte Begriff Work-Life-Balance ist hier immer noch nicht schlecht. Man spricht in dem Fall aber auch von etwas, was sich Work-Life-Blending nennt.

Wenn aber die Arbeit die Freizeit unterwandert, ist es nur unser gutes Recht den Spieß um zu drehen:

Ich bin dann mal weg?

Hape Kerkeling ging es zur Jahrtausendwende nicht so gut.

Ihn plagten gesundheitliche Probleme. Vielleicht kam eine schiefhängende Work-Life-Balance noch dazu. Vielleicht auch nicht. Jedenfalls zweifelte er zunehmend an, ob sein Leben im Allgemeinen und seine Arbeit im Besonderen für ihn noch sinnstiftend waren.

Kerkeling begab sich so auf eine Pilgerreise. Ließ sich ein halbes Jahrzehnt Zeit. Und veröffentlichte dann ein Buch über seine Erlebnisse auf der Reise. Das Buch „Ich bin dann mal weg“ traf einen Nerv und wurde ein großer Erfolg. Der titelgebende Spruch wurde oft adaptiert. Wie ihr seht, auch vom SPIEGEL 

Zu schlechter Letzt

Natürlich kann die Work-Life-Balance auch Extremwerte annehmen.

Schön, wenn man sich auf der richtigen Seite befindet!

Habe ich vielleicht ein thematisch passendes SPIEGEL Titelbild übersehen? Kennt ihr noch weitere? Nur zu! Schreibt mir!

Und hier geht es zur Hauptseite: 

Themenübersicht Spiegel Titelbilder

DER SPIEGEL ist eine der auflagenstärksten deutschen Wochenzeitschriften, und bei den Titelbildern legen sie sich richtig ins Zeug. Die SPIEGEL Cover schafften es sogar schon zu Ausstellungen in Museen. Für sämtliche Cover liegt das copyright bei DER SPIEGEL

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