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DAX-KGV auf höchstem Stand seit 15 Jahren

Blickt man auf das DAX-KGV wird es historisch. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis des deutschen Aktienindex lag seit anderthalb Jahrzehnten nicht mehr auf so hohem Niveau wie zurzeit. Es notiert zur bei einem Wert von 16,62.

Ein echter Hingucker! Das DAX-KGV liegt inzwischen bei 16,62 Bild von Free-Photos auf Pixabay
Was ist das DAX-KGV, und wie sieht der langfristige Chart aus?
Wie steht der DAX selbst da?
Also alles wieder gut?
Sollte ich jetzt noch einsteigen?
Update (11.Oktober 2020)

Was ist das DAX-KGV und wie sieht der Chart aus?

EU-Politiker Dijsselbloem – Was macht der denn hier?!

Man kann von jeder einzelnen Aktie des DAX leicht das Kurs-Gewinn-Verhältnis berechnen. Dazu teilt man einfach den aktuellen Kurs durch den Gewinn pro Aktie.

Und jetzt wird es leider doch nicht so leicht. Es wäre natürlich am solidesten den letzten feststehenden Gewinn heranzuziehen. Aber an der Börse wird nun mal die Zukunft gehandelt. Investoren rechnen deshalb praktisch immer mit dem kommenden Gewinn. Und zwar einem kommenden Gewinn, der auf der soliden Basis von Schätzungen ermittelt wurde. (ich zitiere hier den Spitzenpolitiker Dijsselbloem, der sich mal genau so über die erwarteten Rückzahlungen der griechischen Kredite geäußert hat)

Das lässt sich selbstverständlich mit allen DAX-Werten so handhaben. Und wenn man dann den Durchschnitt bildet, kommt der DAX-KGV heraus. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis des DAX.

Und was nützt es mir das KGV zu wissen?

Wenn die Kurse gegen Deine Investition laufen, gar nichts. Aber ein hohes Kurs-Gewinn-Verhältnis wird als guter Indikator angesehen, um festzustellen, ob eine Aktie überbewertet ist.

Okay. Und wie hat sich das DAX-KGV nun entwickelt?

Prächtig!

Das Kurs-Gewinn-Verhältnis des DAX lag gestern bei knapp 17. Nur einmal, 2008, lag das KGV des DAX auf einem ähnlich hohem Niveau. (Ihr findet den aktuellen DAX-KGV unter Boerse.de )

Das riecht verdächtig Überwertung. Ist allerdings auch kein Wunder. Die DAX-Konzerne überbieten sich im Moment gegenseitig ihre Gewinne nach unten zu korrigieren.

Mehr Infografiken finden Sie bei Statista

Allen voran selbstverständlich die Lufthansa. Vielleicht bekommen sie mit dem Rettungspaket des Bundes ja noch die Kurve. Falls nicht, werden sie halt das Kurs-Gewinn-Verhältnis des MDAX nach oben treiben. Der Lufthansa droht nämlich der Abstieg in den MDAX

Wie steht der DAX selbst da?

Nicht ganz so prächtig.

Der DAX fiel zunächst von seinem Rekordstand bei 13700 in nicht einmal 20 Handelstagen auf 8500 zurück. Die Urgewalt, mit der er kollabierte, sorgte bei den meisten Anlegern für das Gefühl im Epizentrum eines Erdbebens zu stehen.

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Dann, das sagte einem natürlich keiner so klar, kam es eine ganze Woche (16.3.-23.3.) lang zu einer goldenen Kaufgelegenheit.

Jeder konnte, wenn er denn die Traute hatte, bzw. wenn er denn sein Pulver noch nicht verschossen hatte, bei Kursen von 8500 einsteigen. Diese Entscheidung hätte in nur 2 Monaten einen netten Gewinn erwirtschaftet.

Nämlich 38 %. Na, gut. 38 % brutto. Aber auch nach Abzug diverser Transaktionskosten und Steuern sollten 28 % netto übrig bleiben. Wie lange wir wohl brauchen, den gleichen Gewinn mit einer Festgeldanlage zu erwirtschaften?

Jedenfalls hat der DAX die Lücke zu seinem alten Rekord noch nicht ganz geschlossen. Ihm fehlen noch knapp 2000 Punkte. Oder, um es in Prozente auszudrücken: etwa 14 %.

Also alles wieder gut?

Na, ja vielleicht nicht alles.

  • Das deutsche Kurzarbeitergeld wird stärker nachgefragt als in der Finanzkrise
  • Mehr als 30 Millionen Menschen haben in den USA ihren Job verloren. (Bei 328 Millionen Einwohner und einem Schnaps über 200 Millionen Arbeitnehmer kein Klacks)
  • Und Großbritanien könnte seine schlimmste Krise seit 300 Jahren erleben.

Zudem schreibt kein Investor eine Begründung in seine Kauforder rein. Es gibt nicht mal ein Feld dafür.

Der Anstieg des DAX und noch stärker des DAX-KGV ist vermutlich kein Zeichen für ein Vertrauen in die Unternehmen. Es handelt sich um Misstrauen gegenüber den Papierwährungen

Sollte ich jetzt noch einsteigen?

Nur, wenn die Kurse weiter steigen.

Update (11. Oktober)

Man sollte nie leichtfertig denken, das Ende der Fahnenstange sei nun erreicht. Tatsächlich blähte sich diese spezielle Blase seit der Veröffentlichung des Beitrags einfach weiter ungerührt auf. Und das ohne großes sichtbares Zögern.

Unfassbar. Wir befinden wir uns beim DAX-KGV inzwischen sogar auf einem 16-Jahreshoch. Bedanken können wir uns da wohl bei Regierungen und Notenbanken. Liquidität ist wohl der neue Teppich, unter den man jedes Problem kehren kann.

Was meint Ihr dazu? Das würde mich interessieren! Schreibt Eure Gedanken doch einfach in die Kommentar-Box unten ⇓ rein!

markus

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  • KURZES UPDATE!

    Das DAX-KGV stieg in der einen Woche seit der Veröffentlichung munter weiter. Es liegt inzwischen bei über 18. Das ist der höchste Wert seit 17 Jahren.

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