Veröffentlicht: 17. Februar 2026
Hallo Leute, wer öfter an deutschen Flughäfen landet, kennt die Hinweisschilder des Zolls. Barmittel ab 10.000 € sind anzumelden. Und stichprobenartig, zumindest an den Spitzenzeiten, kontrolliert der Zoll das sogar.
Wie aber hat sich diese Obergrenze in den letzten 20 Jahren der Inflation angepasst? Konnte sie mit dem Anstieg der Inflationsrate mithalten? Heute lasse ich also im Rennen gegen die allgemeine Inflationsrate die Obergrenze für Barmittel antreten.
Das Rennen ließ ich 2006 starten. Mal schauen, wer als Erster durch das Ziel läuft!
Manchmal finde ich von etwas eine weit in die Vergangenheit reichende Datenreihe. Dann vergleiche ich unter dem Stichwort Inflation die jeweilige Datenreihe mit der offiziellen Inflationsrate langfristig. Die Inflationsdaten stammen von dieser Seite.
Nun habe ich mir die Entwicklung für den Obergrenze des Zolls für Barmittel angeschaut. Oberhalb dieser Grenze sind Checks, Geldscheine, Wechsel usw. zwangsläufig dem Zoll zu melden. Die Datenreihe startete 2006. Nämlich mit Inkrafttreten der entsprechenden EU-Verordnung 1889/2005 Damals lag diese Obergrenze noch bei 10.000€.
Klatscht man auf der anderen Seite alle Inflationsraten seit 1970 aufeinander, ergibt sich die Gesamt-Inflation. (genaugenommen multipliziert man die einzelnen Inflationsraten miteinander.) Sie beträgt seit 2006 151 %.
Auf gut Deutsch: Der Preis einer durchschnittlichen Ware sollte seit 2006 gut die Hälfte zugelegt haben.
Wie hat sich die Obergrenze für Barmittel im Vergleich zur gesamten Inflation entwickelt? Nun, hier ist der Chart:
😔Das sieht nicht gut aus. Tatsächlich wurde die EU-Verordnung in 20 Jahren kein einziges Mal an die Preisentwicklung angepasst. Das ist eine komplette Flatline, sowas hatte ich in der Reihe Produkt/Dienstleistung vs. Inflationsrate überhaupt noch nie gehabt. So kann man die Leute natürlich auch am langen Inflationarm verhungern lassen.
Wir landen mittlerweile bei der Obergrenze bei einem Multiplikator von 100 %, was einem Anstieg von 0 % entspricht. Von den anfänglichen 10.000 Euro losgehend, sind wir inzwischen bei 10.000 € angekommen.
Die offizielle (Gesamt-)Inflationsrate kommt dagegen auf einen Faktor von 151 %(und entsprechend einem Anstieg von 51 %).
Da macht sich der Staat einen ziemlich schlanken Fuß.
…wenn er mit Verlängerung schafft.
Ähnliches lässt sich auch über die Geldentwertung sagen.
Die durchschnittliche offizielle Inflationsrate liegt bei 2,08 % pro Jahr seit 2006.
Der Zoll liegt natürlich darunter. Hier kommen wir pro Jahr auf eine durchschnittliche Erhöhung von 0 %. Das macht gerade einmal 2,08 % Differenz pro Jahr. Keine allzu große Differenz sollte man meinen.
Allerdings läuft die Reihe auch bereits seit 20 Jahren. Ach, wenn es bloß diesen blöden Zinseszins nicht gäbe. Wir kommen somit immer noch auf einen Unterschied von über 50 %!
Noch einmal 20 Jahre mehr, und fast alles muss beim Zoll angemeldet werden.
Nein. Statistik-Tricks. Wir werden enteignet. Es geschieht nur so langsam, dass wir es nicht bemerken. Philipp Röslers Gleichnis vom Frosch im kaltem Wasser kommt hier wieder ins Spiel. Wenn man einen Frosch in kaltes Wasser werfe und die Temperatur langsam erhöhe, merke der das erst, wenn es zu spät sei.
Wenn ihnen 10.000 € zu wenig ist, sollen sie halt nicht einreisen
Und hier findet ihr unter dem Schlagwort Inflation noch mehr Langzeit-Rennen Inflationsrate vs. Herausforderer. Zum Beispiel…
Die Erhöhungen des Rundfunkbeitrags
Die Erhöhungen der Diäten der Bundestagsabgeordneten
Die Partei-Zuschüsse
Der Bundesetat
Die Kirchensteuer
Das Aufkommen der Grunderwerbsteuer
Der Bußgeldkatalog
Der Butterpreis
Die Kosten für das Trinkwasser
Der Bierpreis auf dem Oktoberfest
Der Preis für einen Hamburger (McDonalds)
Die Kinokarte
Die Kosten für ein Flug-Ticket
Das Ticket für die Frankfurter Buchmesse
Der Mindestunterhalt der Düsseldorfer Tabelle
Der Focus
Die Bild
Die Bravo
Der Stern
Das Wirtschaftsmagazin brand eins
Der Target2-Saldo,
Die Geldmenge M3
Der deutsche Beitrag zum EU-Haushalt
Das Spendenaufkommen der Deutschen
Die Mieten
Der Strompreis
Der Standardbrief
Der Mindestlohn
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