Luft – das freie Gut – Was ist ein Grundsatz wert, wenn er sich ins Gegenteil verkehrt?

Ich wurde Anfang der 70er Jahre geboren und mit ein paar Grundsätzen aufgezogen. Die Sache mit den freien Gütern zum Beispiel.

Freie Güter kosten nichts und stehen allen zur Verfügung. Und da sie keinen Preis haben, können sie auch nicht besteuert werden. 

freies Gut

Noch 2006 sahen die Leser des SPIEGEL das genauso.

Steuerzahlergedenktag war damals der 5. Juli. Ein Datum, nachdem wir uns heuer die fünf Finger nach lecken würden. Trotzdem schien DER SPIEGEL böses zu befürchten. Er hatte in der Ausgabe zuvor seine Leser gefragt:

Was haltet ihr für die absurdesten Ideen für neue Steuern?

Die Leser antworteten zahlreich. Unter anderem hielten sie folgende Steuern und Abgaben für besonders abwegig:

  • Sonderabgabe auf ungesunde Lebensmittel
  • Die Wiedereinführung der Vermögenssteuer (ab dem ersten Euro)
  • Emissionssteuer auf alle motorbetriebenen Fahrzeuge
  • Eine Abgabe auf Atemluft

Ja, 2006 waren das wirklich hirnrissige Ideen

In der einen oder anderen Variante bestimmen sie aber 13 Jahre später tatsächlich die Medienlandschaft: 

  • Eine Steuer auf ungesunde Lebensmittel könnte vor allem einkommensschwache Menschen treffen, äh, schützen, glaubt zumindest das Ärzteblatt
  • Eine Wiedereinführung der Vermögenssteuer wäre toll. Das schwadronierte zuerst nur die Linke. Doch als die SPD jüngst den Ball aufnahm, erhielt die Idee schnell Rückenwind. (unter anderem auch von der OECD)
  • Noch sind Elektromotoren eine heilige Kuh. Aber für Verbrennungsmotoren wird die Luft allmählich knapp. Neben den bereits bestehenden Steuern (Kfz-Steuer, Mineralölsteuer, Erdölbevorratungsbeitrag, Mehrwertsteuer, Öko-Steuer) wird nun eifrig für die Einführung einer zusätzlichen C02-Steuer geworben.
Appropos die Luft wird knapp. 
in Rente
Luft – Auch für Atem- und Entspannungstechniken eine gute Sache! Bildquelle Pixabay Fotograf DayronV

Der Grundsatz, Luft müssen ein freies Gut sein, verkehrt sich allmählich in das Gegenteil. Hintergründe waren die massiven Brände in den Regenwäldern der Erde.

Immer mehr Medien bringen jetzt wirklich den Gedanken ins Spiel, auch für Atemluft einen Preis zu finden. Zum Beispiel die FAZ oder auch DER SPIEGEL    

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