Zahl der Ordnungsrufe im Bundestag steigt auf Rekordniveau?! Von wegen!

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Viel Feind, viel Ehr! Wehner, ewiger Rekordhalter an Ordnungsrufen (54), hier im Clinch mit einem Parteifreund

Mitten in der Nacht auf Silvester kam die Augsburger Allgemeine mit einem aufsehenerregenden Artikel um die Ecke.

Sie konstatierte die Zahl der Ordnungsrufe im Bundestag sei auf Rekordniveau gestiegen. Ist der allgemeine Verfall der Sitten etwa auch schon in den Bundestag gekrochen?!

Schwächeres Superlativ

DER SPIEGEL sprang ein paar Stunden später auch darauf an. Bei ihm klang die Überschrift bereits etwas zurückhaltender. Zahl der Ordnungsrufe im Bundestag auf höchstem Stand seit Jahrzehnten

Beide Medien haben einen klaren Schuldigen ausgemacht. Die AFD. Diese Legislaturperiode gab es nur zwei Arten von Ordnungsrufen.

1. Ordnungsrufe, bei denen die AFD eine direkte Schuld hat und sich einen Verweis einhandelte.

2. Ordnungsrufe, bei denen die AFD eine indirekte Schuld hat und den Abgeordneten einer anderen Partei provozierte, sich einen Verweis einzuhandeln.

Aber befindet sich die Zahl der Ordnungsrufe wirklich auf Rekordniveau?

Schauen wir mal. Ich fand auf der Seite des Bundestages die Zahl der Ordnungsrufe von der ersten bis zur 18. Wahlperiode. (Datenquelle Wahlperioden 1-11, Datenquelle Wahlperioden 12-18)

Vielleicht ist es ja wirklich so schlimm, wie alle sagen…

Ordnungsrufe
Der große, böse, schwarze Pfeil zeigt auf die aktuelle Wahlperiode

Nein, ist es nicht.

Die 19. Wahlperiode, also die aktuelle, befindet sich im Moment im Mittelfeld. Und bis zur nächsten Bundestagswahl 2021 verbleiben noch knapp zwei Jahre. Selbst wenn die böse AfD so weitermacht wie bisher, wird es nicht langen. (Diese Wahlperiode käme dann bestenfalls/schlechtestenfalls auf den undankbaren vierten Platz)

DER SPIEGEL – Es ist nicht alles Gold, was glänzt?

Mit SPIEGEL Cover Es ist nicht alles Gold, was glänzt geht die Serie in eine neue Runde.

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Die Goldenen Zwanziger

Die goldenen Zwanziger des letzten Jahrhunderts machen als bloße Überschrift natürlich eine Menge her. Man kann leicht der Meinung verfallen, die hätten damals eine Dekade lang der Dekadenz frönen können.

Weit gefehlt.

Eine Währungsreform war der Grundstein

Das erste halbe Jahrzehnt nach 1918 litt Deutschland, aber auch der Rest Europas, unter den Nachwirkungen des Ersten Weltkrieges. Und durchstarten in die Powerparty konnten die goldenen Zwanziger erst nach einer wirklich harten, unangenehmen, verlustreichen Währungsreform 1924.

Tja. Wir werden 100 Jahre später zumindest in dem Punkt eine echte Parallele haben.

So schön strahlt Gold jedenfalls in der aktuellen Ausgabe des SPIEGEL. Wie aber präsentierte DER SPIEGEL das Edelmetall in früheren Ausgaben seit 1970?

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DER SPIEGEL – Biblische Spurensuchen

Mit SPIEGEL Cover Biblische Spurensuche geht die Serie in eine neue Runde.

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Historiker nehmen in diesem SPIEGEL Titelthema, Biblische Spurensuche, das alte Testament unter die Lupe.

Rekonstruktionen biblischer Figuren brachte DER SPIEGEL bereits ein paarmal. Er fokussierte sich in jenen Ausgaben allerdings immer nur auf einen Protagonisten. Dieser Themenschwerpunkt kommt dagegen als Eintopf daher. Forscher liefern interessante Erkenntnisse zu allen großen biblische Helden.   

So wird jedenfalls eine biblische Spurensuche in der aktuellen Ausgabe des SPIEGEL dargestellt. Wie aber präsentierte DER SPIEGEL das in früheren Ausgaben seit 1970?

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