Was steigt langfristig schneller? Die Inflation oder der Preis eines Fernsehers?

Heute tritt der Preis für einen Fernseher im Rennen gegen die allgemeine Inflationsrate  an.

Fernseher
Bildquelle Pixabay Fotograf makamuki0

Statista.com ließ das Rennen 1991 starten. Mal schauen, wer als Erster durch das Ziel läuft!

Manchmal finde ich von etwas eine weit in die Vergangenheit reichende Datenreihe. Dann vergleiche ich unter dem Stichwort Inflation die jeweilige Datenreihe mit der offiziellen Inflationsrate langfristig. Den Job hat mir diesmal ausnahmsweise Statista.com abgenommen.

Und eine Ausnahme bildet auch das Ergebnis:

Infografik: Fernseher immer billiger zu haben | Statista Mehr Infografiken finden Sie bei Statista

Die Jungs von Statista normieren hier etwas merkwürdig. Das Vergleichsjahr liegt üblicherweise am Anfang einer Zeitreihe. In diesem Infodiagramm haben sie jedoch 2010 als Basisjahr gewählt. Zu dem Zeitpunkt liegt also der Preis von einem Fernseher bei 100%. Und die weiteren Entwicklungen wurden nach links und rechts auf der Zeitachse zurück- beziehungsweise vornormiert.  

Heraus kam ein eindeutiges Ergebnis:

Der Preis für einen Durchschnittsfernseher sank von 1991 bis 2017 um satte 90% (Und als wäre das noch nicht krass genug, hatten wir seit 1991 eine Gesamtinflation von 60%)

Der hedonische Hammer

Äh, moment, mal. Ein durchschnittlicher Fernseher kostet zur Zeit 400 bis 500 Euro. Demnach hätte man Anfang der Neunziger circa 9000 DM für einen mittelmäßigen Fernseher hinblättern müssen. So teuer waren die aber damals auch nicht. 

Die Jungs und Mädels vom statistischen Bundesamt greifen hier zum hedonischen Hammer:

Alles, was eine Verbesserung sein könnte, wird mit preisdämpfenden Koeffizienten versehen:

  • geringere Tiefe
  • bessere Bildwiederholungsrate
  • hochwertigerer Sound
  • Tollere Menüführung   

Wie genau die Koeffizienten aussehen sollen, muss eine Kommission bei Kaffee und Kuchen ausbaldowern. 

Nichtsdestotrotz haben wir eindeutig bei Fernseher das erste mal in der Serie einen schnelleren Anstieg als bei der offiziellen Inflationsrate.

Und hier findet ihr unter dem Schlagwort Inflation noch mehr Langzeit-Rennen Inflationsrate vs. Herausforderer. Zum Beispiel…

Nahrungsmittel

Der Butterpreis

Die Kosten für das Trinkwasser

Der Bierpreis auf dem Oktoberfest

Bürokratie

Die Erhöhungen des Rundfunkbeitrags

Deutschlands Steuereinnahmen

Die Erhöhungen der Diäten der Bundestagsabgeordneten

Die Gebühr für den Perso

Die Partei-Zuschüsse

Diverses

Der Target2-Saldo,

Der Preis fürs Schwarzfahren,

Der Heftpreis des SPIEGEL

Die Kinokarte

Das TV-Gerät

Das ist auch gut:

3 Gedanken zu „Was steigt langfristig schneller? Die Inflation oder der Preis eines Fernsehers?“

  1. Was nicht berücksichtigt wird ist, dass Fernseher früher auch wesentlich länger gehalten haben. Ein Röhrenfernseher hat gut und gerne 20 Jahre funktioniert. Ein aktuelles LCD-Modell schafft maximal 3-6 Jahre. Also eigentlich müsstest du die Lebensdauer mit einberechnen und dann sieht das Ergebnis schon wieder komplett anders aus.

      1. Ich hab in dem Bereich gearbeitet. 14-25 Jahre ist definitiv viel zu hoch gegriffen. Die Hersteller geben selber nicht mehr als sechs Jahre an. Meistens halten sie nicht mal so lange. Der Artikel bei news.de ist selber schon sieben Jahre alt. Aber auch Geräte von vor 7 Jahren sind inzw. meistens defekt.

        Bei Plasma sah das übrigens anders aus. Deren Lebenserwartung war länger, aber es gibt keine Plasma-Fernseher mehr zu kaufen. Nicht mal mehr Ersatzteile für Plasma Fernseher. Da kannst du eher eine Röhre reparieren, als ein Plasma-Fernseher…

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