Wer steigt schneller? Inflation oder Rundfunkbeitrag?!

Heute lasse ich im Rennen gegen die allgemeine Inflationsrate den Rundfunkbeitrag antreten.

Rundfunkbeitrag
Und das wurde aus der guten alten GEZ: Der ARD ZDF Deutschlandradio Beitragsservice …toller Name, tolles Logo. Bildquelle Wikipedia

Das Rennen ließ ich 1970 starten. Mal schauen, wer als Erster durch das ziel läuft!

Manchmal finde ich von etwas eine weit in die Vergangenheit reichende Datenreihe. Dann vergleiche ich unter dem Stichwort Inflation die jeweilige Datenreihe mit der offiziellen Inflationsrate langfristig. Die Inflationsdaten stammen von dieser Seite.

Nun habe ich mir die Entwicklung des Rundfunkbeitrags angeschaut. Die Datenreihe startet mit meinem Geburtsjahr. 1970. Damals betrug der Rundfunkbeitrag (bzw. sein Vorläufer, die Rundfunkgebühr) noch 8,50 DM. Beziehungsweise andersrum formuliert: Das Rundfunkbeitrag lag bei 4,35 Euro.

Klatscht man alle Inflationsraten seit 1970 aufeinander, ergibt sich die Gesamt-Inflation. (genaugenommen multipliziert man die einzelnen Inflationsraten miteinander.) Sie beträgt seit 1970 4,02. Auf gut Deutsch: Der Preis einer durchschnittlichen Ware sollte sich seit 1970 vervierfacht haben.

Und?

Wie hat sich der Rundfunkbeitrag nun entwickelt? Seht hier den Chart:

Inflation

Das sieht nicht gut aus. Die blaue Linie steht für den Rundfunkbeitrag seit 1970. Da landen wir bei einem Faktor von 3,5. Die Gesamt-Inflationsrate hat sich dagegen vervierfacht.

Wie so vieles andere auch, entwickelt sich der Rundfunkbeitrag aggressiver als die allgemeine Inflationsrate.

Zufall?

Nein. Statistik-Tricks. Wir werden enteignet. Es geschieht nur so langsam, dass wir es nicht bemerken. Philipp Röslers Gleichnis vom Frosch im kaltem Wasser kommt hier wieder ins Spiel. Wenn man einen Frosch in kaltes Wasser werfe und die Temperatur langsam erhöhe, merke der das erst, wenn es zu spät sei.

Rundfunkbeitrag und Rundfunkgebühren

Im bisherigen Beitrag habe ich Äpfel mit Birnen verglichen. Oder, um es freundlicher zu formulieren: Ich warf Boskop und granny Smith in einen Topf. Bis 2010 gab es Rundfunkgebühren. Vereinfacht gesagt; jeder der den Rundfunk benutzte, musste Rundfunkgebühren zahlen.

Rundfunkbeitrag
Bildquelle Wikipedia

Dann kam Paul Kirchhof. In seinem Gutachten zur Finanzierung des Rundfunks machte er den Rundfunkanstalten quasi den Luther. Er schlug ihnen ein Thesenpapier an die Tür. Die zogen eine Schnute. Ja, sie hatten ihn dafür bezahlt. Aber, hey, das Ergebnis schmeckte ihnen in vielen Teilen überhaupt nicht.

Zum Glück kamen sie auf einen rettenden Einfall: Vorschläge in Kirchhofs Gutachten, die Geld brachten, würden umgesetzt. (Das betrifft auch die Änderung von Rundfunkgebühr zum Rundfunkbeitrag. Vereinfacht gesagt; jeder der eine Wohnung hat, muss den Rundfunkbeitrag zahlen.) Vorschläge dagegen, die Geld kosteten, würden nicht umgesetzt. (Kirchhof hatte allen Ernstes einen Werbeverzicht gefordert) 

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