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Wer steigt schneller? Die Inflation oder die Obergrenze zur Parteienfinanzierung?

Was war schneller? Die allgemeine Inflationsrate? Oder die Obergrenze zur Parteienfinanzierung? So hat sich das Rennen seit 2002 entwickelt

Dieser Wahlkampf wird kein leichter sein.

Die Parteien werden ihn unter dem massiven Einfluss der Corona-Krise führen müssen. Und sie befinden sich zumeist zwischen den Mühlsteinen. Den einen Wählern gehen ihre Restriktionen zur Bekämpfung des COVID-19-Virus zu weit. Die anderen Wähler empfinden die Verbote und Einschränkungen noch als viel zu lasch.

Es wird viele Kulis und Wahlplakate brauchen, diesen Frust zu übertünchen.

Ich lasse also im Rennen gegen die allgemeine Inflationsrate die Obergrenze zur Parteienfinanzierung antreten.

Das Rennen startete 2002. Mal schauen, wer als Erster durch das Ziel läuft!

Einleitung
And the winner is…
Unheimlich wird des Schlossers Kraft
Und das sagt Marie Antoinette zur Entwicklung der Obergrenze der Parteienfinanzierung

Einleitung

Manchmal finde ich von etwas eine weit in die Vergangenheit reichende Datenreihe. Ich vergleiche dann unter dem Stichwort Inflation die jeweilige Datenreihe mit der offiziellen Inflationsrate langfristig. Die Inflationsdaten stammen von dieser Seite.

Nun habe ich mir die Obergrenze zur Parteienfinanzierung angeschaut. Die Datenreihe startete 2002. Die Festsetzung staatlicher Mittel belief sich damals auf 132,7 Millionen Euro.

Klatscht man auf der anderen Seite alle Inflationsraten seit 2002 aufeinander, ergibt sich die Gesamt-Inflation. (genaugenommen multipliziert man die einzelnen Inflationsraten miteinander.) Sie beträgt seit 2002 28 %.

Auf gut Deutsch: Der Preis einer durchschnittlichen Ware sollte seit 2002 um gut ein Viertel zugelegt haben.

Und?

Wie hat sich die Obergrenze zur Parteienfinanzierung nun entwickelt?

Seht hier den Chart:

Das sieht nicht gut aus.

Die blaue Linie steht für die Parteienfinanzierung. Bis 2010 tat sich da praktisch gar nichts. Der Grund dafür lag wie so häufig bei nun, ja, der Parteienfinanzierung à la Helmut Kohl. Dessen schwarze Kassen flogen im Jahr 2000 der Union mit Schmackes um die Ohren. Die Politik stand unter Schock und verpasste sich selbst eine Diät. Sie würden die Obergrenze der Parteienfinanzierung jetzt erst mal fixieren. Schluss mit dieser unmoralischen Bereicherung!

Nach ein paar Jahren der Rechtschaffenheit stach ihnen eine unangenehme Wahrheit ins Auge. Die Inflation fraß den Wert ihrer ursprünglich 133 Millionen € allmählich auf. Sie konnten sich weniger Werbe-Kugelschreiber, Partei-Tage und Wahlplakate leisten.

Der geheimnisvolle Index

Also beschlossen sie die Obergrenze zur Parteienfinanzierung an einen bestimmten Index zu koppeln. Die Presse spricht in dem Zusammenhang gerne vereinfachend von einer Kopplung an die Inflationsrate. Das stimmt zu 70 % sogar. 70% dieses Indexes bestehen schlicht aus dem VPI. Dem Verbraucherpreisindex.

Ein Blick auf obigen Chart zeigt es jedoch deutlich: Das kann noch nicht die ganze Wahrheit sein. Schließlich steigt die Obergrenze zur Parteienfinanzierung schneller als die Inflation. Von irgendwoher kommt noch Butter bei die Fische. Wenden wir uns also den restlichen 30 % zu. Sie sind der zweite Sub-Index. Und der folgt der Entwicklung der Gehälter von Beschäftigten der Gebietskörperschaften. Tja, Leute, wir reden hier nicht einmal von einem Drittel an Gewichtung. Aber die Bürokratie macht offensichtlich den Unterschied.

Wir landen bei der Parteienfinanzierung mittlerweile bei einem Zuwachs von 49 Prozent. Von den anfänglichen 133 Millionen Euro losgehend, sind wir inzwischen bei 197,5 Millionen Euro angekommen. Die offizielle (Gesamt-)Inflationsrate stieg dagegen gerade einmal um 28%.

Unheimlich wird des Schlossers Kraft…

…wenn er mit Verlängerung schafft.

Das Hebel-Gesetz: Sehr leicht zu verstehen! Fragen sie einfach ihr Vermögen oder eine hohle Nuss Bildquelle Pixabay Fotograf marcelkessler

Ähnliches lässt sich auch über die Geldentwertung sagen.

Die durchschnittliche offizielle Inflationsrate liegt bei 1,3 Prozent pro Jahr seit 2002.

Gar nicht mal viel höher liegt die Entwicklung für die Obergrenze zur Parteienfinanzierung. Hier kommen wir pro Jahr auf eine durchschnittliche Erhöhung von 2,1 Prozent. Das macht 0,8 Prozent Differenz pro Jahr. Eigentlich nur eine kleine Differenz.

Wenn die Reihe nur nicht so lange laufen würde.

Und wenn es diesen blöden Zinseszins nicht gäbe.

Wie so vieles andere auch, entwickeln sich die Kosten für die Parteienfinanzierung aggressiver als die allgemeine Inflationsrate.

Zufall?

Irgendwas stimmt hier nicht! Er weiß bloß noch nicht was Bildquelle: Pixabay/ Fotograf: Miniformat65

Nein. Statistik-Tricks. Wir werden enteignet. Es geschieht nur so langsam, dass wir es nicht bemerken. Philipp Röslers Gleichnis vom Frosch im kaltem Wasser kommt hier wieder ins Spiel. Wenn man einen Frosch in kaltes Wasser werfe und die Temperatur langsam erhöhe, merke der das erst, wenn es zu spät sei.

Und das sagt Marie Antoinette zur Entwicklung der Festsetzung staatlicher Mittel zur Parteienfinanzierung:

Die Arme. Erst wurde sie hingerichtet, und dann legen die Leute ihr auch noch Zitate in den Mund, die sie nie gesagt hat. Bildquelle Wikipedia

Wenn ihnen die Parteienfinanzierung zu teuer ist, sollen sie doch selber eine Partei gründen!

Übersicht

Und hier findet ihr unter dem Schlagwort Inflation noch mehr Langzeit-Rennen Inflationsrate vs. Herausforderer. Zum Beispiel…

Bürokratie

Die Erhöhungen des Rundfunkbeitrags

Deutschlands Steuereinnahmen

Die Erhöhungen der Diäten der Bundestagsabgeordneten

Anmeldung Newsletter
Der Newsletter erscheint 2 mal monatlich

Die Gebühr für den Perso

Die Partei-Zuschüsse

Der Bundesetat

Die Kirchensteuer

Der Bußgeldkatalog

Nahrungsmittel

Der Butterpreis

Die Kosten für das Trinkwasser

Der Bierpreis auf dem Oktoberfest

Der Preis für einen Döner

Der Preis für einen Hamburger (McDonalds)

Freizeit

Der Heftpreis des SPIEGEL

Der Focus

Die Bild

Die Kinokarte

Die Kosten für eine Zigarette

Die Kosten für den Urlaub

Die Kosten für ein Flug-Ticket

Der Preis eines Fernsehers

Das Ticket für die Frankfurter Buchmesse

Die Erlöse der Theater

Der Mindestunterhalt der Düsseldorfer Tabelle

Diverses

Der Target2-Saldo,

Die Geldmenge M3 

Der Preis fürs Schwarzfahren,

Das Spendenaufkommen der Deutschen

Die Mieten

Die Eigentumswohnungen

Der Strompreis

Der Standardbrief

Die Inflation der Eurozone

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markus

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markus
Tags: Inflation