In the long run

Was steigt schneller? Das Porto für einen Standardbrief oder die Inflation?

Was war schneller? Die allgemeine Inflationsrate? Oder das Porto eines Standardbriefes? So hat sich das Rennen seit 2003 entwickelt.

Aktualisiert: 5. Januar 2022

Bildquelle Pixabay Fotograf Primiano

Die Deutsche Post erhöhte zum Jahreswechsel 2021/ 2022 das Porto ihres Standardbriefes von 80 Cent auf 85 Cent. Die Preisentwicklung für den Standardbrief liegt also bei 6,25 % Erhöhung. Gleichzeitig lag die durchschnittliche Inflation 2021 bei knapp 3% in Deutschland.

Aber wie entwickelten sich die Preise für den Standardbrief seit 2003? Konnten sie mit dem Anstieg der Inflationsrate mithalten?

Heute lasse ich also im Rennen gegen die allgemeine Inflationsrate das Briefporto antreten. Das Wettrennen ließ ich 2003 starten. Mal schauen, wer als Erster durch das Ziel läuft!

Einleitung
And the winner is…
Unheimlich wird des Schlossers Kraft
Und das sagt Marie Antoinette zur Preisentwicklung des Standardbriefes

Einleitung

Manchmal finde ich von etwas eine weit in die Vergangenheit reichende Datenreihe. Dann vergleiche ich unter dem Stichwort Inflation die jeweilige Datenreihe mit der offiziellen Inflationsrate langfristig. Die Inflationsdaten stammen von dieser Seite.

Nun habe ich mir die Preisentwicklung eines Standardbriefes angeschaut. Die Datenreihe startete 2003. Damals lag das Porto für einen Standardbrief bei 55 Cent.

Flaschenpost ist immer noch gratis Bildquelle Pixabay

Klatscht man auf der anderen Seite alle Inflationsraten seit 2003 aufeinander, ergibt sich die Gesamt-Inflation. (Genaugenommen multipliziert man die einzelnen Inflationsraten miteinander.) Sie beträgt seit 2003 34,3 %.

Auf gut Deutsch: Der Preis einer durchschnittlichen Ware sollte seit 2003  um gut ein Drittel zugelegt haben.

Und?

Wie hat sich nun der Preis eines Standardbriefes im Vergleich zur gesamten Inflation entwickelt?

Seht hier den Chart:

Annahme: Durchschnittliche Inflationsrate 2022 2%

Das sieht nicht gut aus.

Die blaue Linie steht für das Briefporto. Die rote für die Gesamtinflation.

Wir landen mittlerweile beim Standardbrief bei einem Multiplikator von 155 %, was einem Anstieg von 55 % entspricht. Von den anfänglichen 55 Cent (2003) losgehend, sind wir inzwischen bei 85 Cent angekommen.

Die offizielle (Gesamt-)Inflationsrate kommt dagegen gerade mal auf einen Faktor von 134 %(und entsprechend einem Anstieg von 34 %).

Wie so vieles andere auch entwickelt sich der Preis für einen Standardbrief deutlich aggressiver als die allgemeine Inflationsrate.

Unheimlich wird des Schlossers Kraft…

…wenn er mit Verlängerung schafft.

Das Hebel-Gesetz: Sehr leicht zu verstehen! Fragen sie einfach ihr Vermögen oder eine hohle Nuss Bildquelle Pixabay Fotograf marcelkessler

Ähnliches lässt sich auch über die Geldentwertung sagen.

Die durchschnittliche offizielle Inflationsrate liegt bei 1,55 % pro Jahr seit 2003.

Einen Tick höher liegt die Preisentwicklung  des Briefportos. Hier kommen wir pro Jahr auf eine durchschnittliche Erhöhung  von 2,33 %. Das macht gerade einmal 0,78 % Differenz pro Jahr. Keine allzu große Differenz sollte man meinen.

Allerdings läuft die Reihe auch bereits seit 19 Jahren. Ach, wenn es bloß diesen blöden Zinseszins nicht gäbe. Wir kommen somit immer noch auf einen Unterschied von 21  %!

Zufall?

Irgendwas stimmt hier nicht! Er weiß bloß noch nicht was Bildquelle: Pixabay/ Fotograf: Miniformat65

Nein. Statistik-Tricks. Wir werden enteignet. Es geschieht nur so langsam, dass wir es nicht bemerken. Philipp Röslers Gleichnis vom Frosch im kaltem Wasser kommt hier wieder ins Spiel. Wenn man einen Frosch in kaltes Wasser werfe und die Temperatur langsam erhöhe, merke der das erst, wenn es zu spät sei.

Und das sagt Marie Antoinette zur Entwicklung des Preises für einen Standardbrief:

Die Arme. Erst wurde sie hingerichtet, und dann legen die Leute ihr auch noch Zitate in den Mund, die sie nie gesagt hat. Bildquelle Wikipedia

Wenn ihnen das Porto zu teuer ist, sollen sie sie doch mailen!

 

Übersicht

Und hier findet ihr unter dem Schlagwort Inflation noch mehr Langzeit-Rennen Inflationsrate vs. Herausforderer. Zum Beispiel…

Bürokratie

Die Erhöhungen des Rundfunkbeitrags

Deutschlands Steuereinnahmen

Die Erhöhungen der Diäten der Bundestagsabgeordneten

Die Gebühr für den Perso

Die Partei-Zuschüsse

Der Bundesetat

Anmeldung Newsletter
Der Newsletter erscheint 2 mal monatlich

Die Kirchensteuer

Der Bußgeldkatalog

Nahrungsmittel

Der Butterpreis

Die Kosten für das Trinkwasser

Der Bierpreis auf dem Oktoberfest

Der Preis für einen Döner

Der Preis für einen Hamburger (McDonalds)

Freizeit

Der Heftpreis des SPIEGEL

Der Focus

Die Bild

Die Kinokarte

Die Kosten für den Urlaub

Die Kosten für ein Flug-Ticket

Der Preis eines Fernsehers

Das Ticket für die Frankfurter Buchmesse

Die Erlöse der Theater

Der Mindestunterhalt der Düsseldorfer Tabelle

Diverses

Der Target2-Saldo,

Die Geldmenge M3 

Der Preis fürs Schwarzfahren

Der Rentenwert

Das Spendenaufkommen der Deutschen

Die Mieten

Die Eigentumswohnungen

Der Strompreis

Der Standardbrief

Die Inflation der Eurozone

Was meint Ihr dazu?  Das würde mich interessieren! Schreibt Eure Gedanken doch einfach in die Kommentar-Box unten ⇓ rein!

markus

Wie denkst Du darüber?

Your email address will not be published. Required fields are marked*

Published by
markus
Tags: Inflation