Aktualisiert: 3. Februar 2026
Den Bundeshaushalt 2026 veranschlagt Schwarz-rot mit 525 Milliarden €. Das ist zum einen natürlich nur der Sollwert, allerdings lagen Soll- und Ist-Werte die letzten Jahre tatsächlich recht nah beieinander. Und zum anderen natürlich reinste Augenwischerei. Dazu gleich mehr im nächsten Abschnitt.
Leider, leider haben diese Zahlen nicht mehr die gleiche Aussagekraft wie noch vor einigen Jahren. Sowohl die Vorgängerregierungen als auch die jetzige neigten mit dem Wirtschaftsstabilisierungsfonds (Groko) bzw. diversen Sondervermögen Bundeswehr/Infrastruktur (Ampel/ Schwarzrot) dazu, wirklich schwere Kostenblöcke aus dem Bundeshaushalt herauszuhalten und in Schattenhaushalten zu „verstecken“. Sondervermögen wurde schließlich nicht unverdient zum Unwort des Jahres gekürt.
Wie also entwickelte sich der Bundeshaushalt seit 1975? Konnte er auch über einen längeren Zeitraum den Anstieg der Inflationsrate übertrumpfen??! Mal schauen, wer als Erster durch das Ziel läuft!
Manchmal finde ich von etwas eine weit in die Vergangenheit reichende Datenreihe. Dann vergleiche ich unter dem Stichwort Inflation die jeweilige Datenreihe mit der offiziellen Inflationsrate langfristig. Die Inflationsdaten stammen von dieser Seite.
Nun habe ich mir den Bundeshaushalt angeschaut. Der betrug 1975 156,9 Milliarden DM. Umgerechnet also 80,2 Milliarden Euro. (Neuere Daten liefert diese offizielle Seite des Bundes)
Klatscht man auf der anderen Seite alle Inflationsraten seit 1975 aufeinander, ergibt sich die Gesamt-Inflation. (genaugenommen multipliziert man die einzelnen Inflationsraten miteinander.) Sie beträgt seit 1975 302 %.
Auf gut Deutsch: Der Preis einer durchschnittlichen Ware sollte sich seit 1975 vervierfacht haben.
Wie hat sich der Bundesetat im Vergleich zur gesamten Inflation entwickelt? Nun, hier ist der Chart:
😔Das sieht nicht gut aus.
Die blaue Linie steht für den Bundeshaushalt. Und trotz aller Taschenspielertricks wie Sondervermögen, liegt sie weit über der kumulierten Inflation. Da landen wir mittlerweile bei einem Anstieg von 555 %. Von den anfänglichen 80,2 Milliarden € losgehend, sind wir inzwischen bei 525 Milliarden Euro angekommen.
Der Anstieg des Bundesetats im Zuge der Wiedervereinigung erscheint im Rückblick geradezu lächerlich niedrig. Tatsächlich begann der steile Anstieg des Bundeshaushalts erst mit der Einführung der Niedrigzinspolitik der EZB ab dem Jahr 2010.
Und 10 Jahre später eskalierte die Situation erneut. Nun belasteten mit der Corona-Krise, der Ukraine-Krise, der Flüchtlingskrise und der Inflationskrise auch noch mehrere Schwierigkeiten den Bundeshaushalt praktisch parallel.
Die offizielle (Gesamt-)Inflationsrate (roter Balken) hat sich dagegen lediglich verdreifacht. Sie kommt auf eine Erhöhung von 202 %. (Annahme: Inflationsrate 2026 2%. Hat die EZB so als Zielvorgabe, wißt ihr)
Wie so vieles andere auch, entwickeln sich die Ausgaben des Bundesetats deutlich aggressiver als die allgemeine Inflationsrate.
…wenn er mit Verlängerung schafft.
Ähnliches lässt sich auch über die Geldentwertung sagen.
Die durchschnittliche offizielle Inflationsrate liegt bei 2,2 % pro Jahr seit 1975.
Schon einige Ticks höher liegt die Entwicklung beim Bundeshaushalt. Hier kommen wir pro Jahr auf eine durchschnittliche Erhöhung von 3,8 %. Das macht eine Differenz von 1,6 % pro Jahr. Kein allzu großer Unterschied sollte man meinen.
Allerdings läuft die Reihe auch bereits seit 51 Jahren. Ach, wenn es bloß diesen blöden Zinseszins nicht gäbe. Wir kommen somit immer noch auf einen Unterschied von über 350 %!
Nein. Statistik-Tricks. Wir werden enteignet. Es geschieht nur so langsam, dass wir es nicht bemerken. Philipp Röslers Gleichnis vom Frosch im kalten Wasser kommt hier wieder ins Spiel. Wenn man einen Frosch in kaltes Wasser werfe und die Temperatur langsam erhöhe, merke der das erst, wenn es zu spät sei.
Wenn ihnen der Bundesetat zu hoch ist, sollen sie doch nach Italien gehen!
Und hier findet ihr unter dem Schlagwort Inflation noch mehr Langzeit-Rennen Inflationsrate vs. Herausforderer. Zum Beispiel…
Die Erhöhungen des Rundfunkbeitrags
Die Erhöhungen der Diäten der Bundestagsabgeordneten
Die Partei-Zuschüsse
Der Bundesetat
Die Kirchensteuer
Das Aufkommen der Grunderwerbsteuer
Der Bußgeldkatalog
Der Butterpreis
Die Kosten für das Trinkwasser
Der Bierpreis auf dem Oktoberfest
Der Preis für einen Hamburger (McDonalds)
Die Kinokarte
Die Kosten für ein Flug-Ticket
Das Ticket für die Frankfurter Buchmesse
Der Mindestunterhalt der Düsseldorfer Tabelle
Der Focus
Die Bild
Die Bravo
Der Stern
Das Wirtschaftsmagazin brand eins
Der Target2-Saldo,
Die Geldmenge M3
Der deutsche Beitrag zum EU-Haushalt
Das Spendenaufkommen der Deutschen
Die Mieten
Der Strompreis
Der Standardbrief
Der Mindestlohn
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