Was steigt schneller? Der Bundeshaushalt oder die Inflationsrate?

Am Dienstag legte die Groko den Bundeshaushalt für 2019 vor. Er beläuft sich auf 356 Milliarden Euro. So gigantisch ist der XXL-Haushalt empörte sich der Münchner Merkur dazu.

Entschädigung

Wenn der Bundeshaushalt aber entsprechend der allgemeinen Lebenshaltungskosten steigt, ist klar, dass jedes Jahr ein neues Rekordhoch erreicht wird.

Nur, tut er das auch? Oder gibt es etwa langfristig einen klaren Sieger im Rennen zwischen Inflationsrate und Bundeshaushalt?

Wie haben sich der Bundeshaushalt und die Inflation entwickelt?

Ich lasse also im Rennen gegen die allgemeine Inflationsrate den Bundeshaushalt antreten. Genaugenommen die Ausgaben des Bundeshaushaltes. 

Das Rennen ließ ich 1975 starten. Mal schauen, wer als Erster durch das Ziel läuft!

Manchmal finde ich von etwas eine weit in die Vergangenheit reichende Datenreihe. Dann vergleiche ich unter dem Stichwort Inflation  langfristig die jeweilige Datenreihe mit der offiziellen Inflationsrate. Die Inflationsdaten stammen von dieser Seite.

Nun habe ich mir den Bundeshaushalt angeschaut. Die Datenreihe startete 1975. Damals lagen die Ausgaben des Bundesetats bei umgerechnet 80,2 Milliarden Euro. 

Klatscht man auf der anderen Seite alle Inflationsraten seit 1975 aufeinander, ergibt sich die Gesamt-Inflation. (genaugenommen multipliziert man die einzelnen Inflationsraten miteinander.) Sie beträgt von 1975-2017 236%.

Auf gut Deutsch: Der Preis einer durchschnittlichen Ware sollte seit 1975 sich gut verdoppelt haben.

Und?

Wie hat sich der Bundeshaushalt seither entwickelt? Seht hier den Chart:

Bundeshaushalt

Das sieht nicht gut aus. Die blaue Linie steht für den Bundeshaushalt. Bis zur Finanzkrise hielt die allgemeine Preissteigerung noch halbwegs mit. Dann verabschiedete sich der Bundeshaushalt und drehte nach oben ab.

Wir landen bei dem Bundeshaushalt mittlerweile bei einem Multiplikator von 413 Prozent. Von den anfänglichen 80 Milliarden losgehend, sind wir inzwischen bei 331 Milliarden Euro angekommen. Die offizielle (Gesamt-)Inflationsrate kommt gerade einmal auf einen Multiplikar von 236%.

Unheimlich wird des Schlossers Kraft…

…wenn er mit Verlängerung schafft.

Ähnliches lässt sich auch über die Geldentwertung sagen.

Die durchschnittliche Inflationsrate liegt bei ziemlich genau 2 Prozent pro Jahr seit 1975. 

Gar nicht mal viel höher liegt die durchschnittliche Erhöhung des Bundeshaushalts von 3,4% jährlich. Das macht lediglich 1,4 Prozent Differenz pro Jahr. Eigentlich nur eine kleine Differenz. Wenn die Reihe nur nicht so lange laufen würde.

Und wenn es diesen blöden Zinseszins nicht gäbe.

Wie so vieles andere auch, entwickelt sich der Preis für die schönste Zeit des Jahres schlicht aggressiver als die allgemeine Inflationsrate.

Zufall?

Bundesetat
Irgendwas stimmt hier nicht! Er weiß bloß noch nicht was Bildquelle: Pixabay/ Fotograf: Miniformat65

Nein. Statistik-Tricks. Wir werden enteignet. Es geschieht nur so langsam, dass wir es nicht bemerken. Philipp Röslers Gleichnis vom Frosch im kaltem Wasser kommt hier wieder ins Spiel. Wenn man einen Frosch in kaltes Wasser werfe und die Temperatur langsam erhöhe, merke der das erst, wenn es zu spät sei.

Und hier findet ihr unter dem Schlagwort Inflation noch mehr Langzeit-Rennen Inflationsrate vs. Herausforderer. Zum Beispiel…

Nahrungsmittel

Der Butterpreis

Die Kosten für das Trinkwasser

Bürokratie

Die Erhöhungen des Rundfunkbeitrags

Deutschlands Steuereinnahmen

Die Erhöhungen der Diäten der Bundestagsabgeordneten

Die Gebühr für den Perso

Die Partei-Zuschüsse

Der Bundesetat

Diverses

Der Target2-Saldo,

Der Preis fürs Schwarzfahren,

Der Heftpreis des SPIEGEL

Die Kinokarte

Die Kosten für den Urlaub

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