Finanzen

Was steigt schneller? Das Aufkommen aus der Kirchensteuer oder die Inflationsrate?

Was war schneller? Die allgemeine Inflationsrate? Oder das Aufkommen der Kirchensteuer? So lief das Rennen 2005-2020.

Aktualisiert: 25. Januar 2022

Die katholische und evangelische Kirchen verlieren seit Jahren massiv an Kirchensteuer zahlende Mitglieder. Seit 2014 schwankt die Zahl der Kirchenaustritte bei beiden Konfessionen recht genau um 200.000 Austritte pro Jahr.

Mehr Infografiken finden Sie bei Statista
25/1992
52/1997
33/2005
38/2011

Wird es ihnen unter diesen ungünstigen Bedingungen gelingen, das Aufkommen der Kirchensteuer schneller steigen zu lassen als die Inflationsrate?

Heute lasse ich also im Rennen gegen die allgemeine Inflationsrate die Kirchensteuer antreten. Den Wettlauf ließ ich 2005 starten. Mal schauen, wer als Erster durch das Ziel läuft!

Einleitung
And the winner is…
Unheimlich wird des Schlossers Kraft
Und das sagt Marie Antoinette zum Aufkommen der Kirchensteuer

Einleitung

Manchmal finde ich von etwas eine weit in die Vergangenheit reichende Datenreihe. Dann vergleiche ich unter dem Stichwort Inflation die jeweilige Datenreihe mit der offiziellen Inflationsrate langfristig. Die Inflationsdaten stammen von dieser Seite.

Nun habe ich mir das Aufkommen der Kirchensteuer angeschaut. Die Datenreihe startete 2005. Damals lagen die Einnahmen für die katholische Kirche bei 3,98 Milliarden € und für die evangelische Kirche bei 3,65 Milliarden. Das macht für beide Kirchen zusammen also 7,63 Milliarden €.

Klatscht man auf der anderen Seite alle Inflationsraten seit 2005 aufeinander, ergibt sich die Gesamt-Inflation. (Genaugenommen multipliziert man die einzelnen Inflationsraten miteinander.) Sie beträgt seit 2005 23,4 %.

Auf gut Deutsch: Der Preis einer durchschnittlichen Ware sollte seit 2005  um knapp ein Viertel zugelegt haben.

Und?

Wie hat sich die Kirchensteuer im Vergleich zur gesamten Inflation entwickelt? Nun, das ist der Chart:

Das Aufkommen der Kirchensteuer versus die Inflationsrate 2005-2020

Das sieht nicht gut aus.

Die blaue Linie steht für das Aufkommen der Kirchensteuer. Die rote für die Gesamtinflation. 2020 sackten die Einnahmen der Kirchen das zweite mal überhaupt erst ab. Da spielte natürlich auch der wirtschaftliche Einfluss der Corona-Krise eine große Rolle.

Man könnte meinen, die Katholische Kirche sei durch die Diskussion über ihre Missbrauchsfälle stärker betroffen. Tatsächlich liegen die Verluste jedoch nahe beieinander:

  • 0,29 Milliarden € bei der Katholischen Kirche
  • 0,32 Milliarden € bei der evangelischen Kirche

Wir landen insgesamt beim Aufkommen der Kirchensteuer bei einem Multiplikator von 156 %, was einem Anstieg von 56 % entspricht. Von den anfänglichen  7,63 Milliarden (2005) losgehend, sind wir inzwischen bei 12,08 Milliarden € angekommen.

Die offizielle (Gesamt-)Inflationsrate kommt dagegen gerade mal auf einen Faktor von 123 %(und entsprechend einem Anstieg von 23 %).

Wie so vieles andere auch entwickelt sich das Aufkommen aus der Kirchensteuer deutlich aggressiver als die allgemeine Inflationsrate.

Unheimlich wird des Schlossers Kraft…

…wenn er mit Verlängerung schafft.

Das Hebel-Gesetz: Sehr leicht zu verstehen! Fragen sie einfach ihr Vermögen oder eine hohle Nuss Bildquelle Pixabay Fotograf marcelkessler

Ähnliches lässt sich auch über die Geldentwertung sagen. Die durchschnittliche offizielle Inflationsrate liegt bei 1,39 % pro Jahr zwischen 2005-2020.

Einen Tick höher liegen die Einnahmen der Kirche. Hier kommen wir pro Jahr auf eine durchschnittliche Erhöhung  von 3,00 %. Das macht gerade einmal 1,6 % Differenz pro Jahr. Keine allzu große Differenz sollte man meinen.

Allerdings läuft die Reihe auch bereits seit 15 Jahren. Ach, wenn es bloß diesen blöden Zinseszins nicht gäbe. Wir kommen somit immer noch auf einen Unterschied von 23  %!

Zufall?

Irgendwas stimmt hier nicht! Er weiß bloß noch nicht was Bildquelle: Pixabay/ Fotograf: Miniformat65

Nein. Statistik-Tricks. Wir werden enteignet. Es geschieht nur so langsam, dass wir es nicht bemerken. Philipp Röslers Gleichnis vom Frosch im kaltem Wasser kommt hier wieder ins Spiel. Wenn man einen Frosch in kaltes Wasser werfe und die Temperatur langsam erhöhe, merke der das erst, wenn es zu spät sei.

Und das sagt Marie Antoinette zum Aufkommen der Kirchensteuer:

Die Arme. Erst wurde sie hingerichtet, und dann legen die Leute ihr auch noch Zitate in den Mund, die sie nie gesagt hat. Bildquelle Wikipedia

Wenn ihnen die Kirche zu teuer ist, sollen sie doch zu Scientology gehen!

 

Übersicht

Und hier findet ihr unter dem Schlagwort Inflation noch mehr Langzeit-Rennen Inflationsrate vs. Herausforderer. Zum Beispiel…

Bürokratie

Die Erhöhungen des Rundfunkbeitrags

Deutschlands Steuereinnahmen

Die Erhöhungen der Diäten der Bundestagsabgeordneten

Die Gebühr für den Perso

Die Partei-Zuschüsse

Der Bundesetat

Die Kirchensteuer

Der Bußgeldkatalog

Nahrungsmittel

Der Butterpreis

Die Kosten für das Trinkwasser

Der Bierpreis auf dem Oktoberfest

Der Preis für einen Döner

Der Preis für einen Hamburger (McDonalds)

Freizeit

Der Heftpreis des SPIEGEL

Der Focus

Die Bild

Die Kinokarte

Die Kosten für den Urlaub

Die Kosten für ein Flug-Ticket

Der Preis eines Fernsehers

Das Ticket für die Frankfurter Buchmesse

Die Erlöse der Theater

Der Mindestunterhalt der Düsseldorfer Tabelle

Diverses

Der Target2-Saldo,

Die Geldmenge M3 

Der Preis fürs Schwarzfahren

Der Rentenwert

Das Spendenaufkommen der Deutschen

Die Mieten

Die Eigentumswohnungen

Der Strompreis

Der Standardbrief

Die Inflation der Eurozone

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markus

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markus
Tags: Inflation